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Forscher sorgen sich um Schnabelwal

Ostsee Forscher sorgen sich um Schnabelwal

Seit einer Woche schwimmt ein Schnabelwal in der Ostsee und sorgt dort für Staunen. Meeresbiologen sorgen sich zunehmend um den Meeressäuger. Sie fordern Schiffsführer auf, Abstand zu halten. Der Wal muss den Weg zurück in tiefere Gewässer und in die Nordsee finden.

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 Ein Schnabelwal in der Wohlenberger Wiek, in der Ostsee, südwestlich von Wismar: Nach Auswertung von neuen Aufnahmen sind sich Meeresbiologen vom Deutschen Meeresmuseum sicher, dass es sich um einen jungen Sowerby-Zweizahnwal (Mesoplodon bidens) handelt.

Quelle: Michael Dähne/Deutsches Meeresmuseum/dpa

Stralsund. Mit wachsender Sorge beobachten Meeresbiologen den in der Wohlenberger Wiek schwimmenden Schnabelwal. „Die Situation ist nicht einfach“, sagte der Kurator für Meeressäugetiere am Deutschen Meeresmuseum, Michael Dähne, am Freitag in Stralsund. Die Schnabelwale, die es bisher in die Ostsee verschlagen habe, hätten zum größten Teil selbst nicht mehr herausgefunden und sind irgendwann am Strand verendet.

Inzwischen schwimmt der rund vier Meter lange Sowerby-Zweizahnwal seit einer Woche in dem flachen Gewässer der Wohlenberger Wiek. „Die Ostsee ist nicht der natürliche Lebensraum des Wals. Es wäre schön, wenn er zeitnah zurück in tiefere Gewässer und in die Nordsee schwimmen würde.“ Laut Dähne ernährt er sich aktuell von Heringen, seine Hauptnahrung seien aber Tintenfische — und die gebe es in der Wohlenberger Wiek nicht.

Dähne sieht vor allem das „Whale-Watching“ mit Sorge. Jede Bootsannährerung bedeute Stress. Boote sollten sich auf maximal 200 Meter Abstand nähern. Wichtig sei, das Echolot und den Motor auszuschalten, um das Gehör und die Orientierung des Wales nicht weiter zu stören und das Tier nicht weiter zu stressen. Zudem solle dem Tier kein Futter angeboten werden. Laut Dähne lässt sich der Wal auch gut von der Küste aus beobachten.

Der Schnabelwal — ein seltener Sowerby-Zweizahnwal — war vor einer Woche an der Ostseeküste vor Mecklenburg-Vorpommern gestrandet und von Helfern wieder ins tiefere Wasser geschoben worden. Ein Sowerby-Zweizahnwal war bislang nur einmal — 1913 an der Greifswalder Oie — vor deutschen Ostseegewässern nachgewiesen worden. Ostseeweit gab es seit 1880 laut Meeresmuseum insgesamt 11 Nachweise. Das Tier ist nach Angaben des Meeresmuseums als Irrgast in die Ostsee gelangt. Sein natürliches Verbreitungsgebiet sind die Nordsee und Atlantik.

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