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Frau mit heißem Wasser verbrüht: Haft für Ehemann

Prozesse Frau mit heißem Wasser verbrüht: Haft für Ehemann

Wegen eines Angriffs mit kochendem Wasser auf seine Ehefrau hat das Landgericht Hamburg am Donnerstag einen 69-Jährigen zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

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Das Wappen von Hamburg ist auf dem Ärmel eines Beamten zu sehen.

Quelle: Christian Charisius/Archiv

Hamburg. Nach Überzeugung der Strafkammer hatte der Leiter eines Reisebüro die 53-Jährige aus Verärgerung über ein vermeintliches Fehlverhalten erst mehrfach geschlagen und ihr dann mindestens einen Liter heißes Wasser über den Kopf geschüttet. Etwa 50 Prozent ihrer Hautfläche wurden verbrüht. Die Frau habe mehrere Monate auf einer Brandintensivstation gelegen und in akuter Lebensgefahr geschwebt, sagte die Vorsitzende Richterin Ulrike Taeubner. Das Motiv für die Tat blieb unklar. Taeubner deutete aber an, dass der Angeklagte eine Geliebte hatte, und es möglicherweise um die Familienehre ging.

Die Aufklärung des Verbrechens war besonders schwierig, weil sich alle Familienmitglieder weigerten, als Zeugen auszusagen. Selbst die verbrühte Frau wollte nicht vor Gericht erscheinen und auch ihre Ärzte nicht von der Schweigepflicht entbinden. Andere Zeugen machten nach Überzeugung das Gerichts Falschaussagen. Eine Verurteilung wurde dennoch möglich, weil die Aufzeichnung eines Notrufs der Tochter vorlag. Zudem waren Telefongespräche abgehört worden.

Der 69-Jährige hatte erklärt, seine Familie sei in der Türkei zusammengekommen und habe der dabei nicht anwesenden Frau eine Entschädigung zugesprochen. "Das Verfahren lässt viele Fragezeichen zurück", sagte die Richterin.

dpa

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