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Mehr Mitglieder und Brände

Freiwilligen Feuerwehren im Land Mehr Mitglieder und Brände

Die Freiwilligen Feuerwehren im Land trotzdem dem demographischen Wandel. Trotz der vielen  altersbedingten Abgänge sind die freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein mit mehr Mitgliedern ins neue Jahr gestartet als 2014. Die schlechte Nachricht: Auch bei den Einsätzen gab es einen Rekord.

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Die Feuerwehren registrierten im vergangenen Jahr 10494 Brandeinsätze im Land.

Quelle: Frank Behling

Meldorf. Die Feuerwehren registrierten im vergangenen Jahr 10494 Brandeinsätze im Land – 1891 mehr als 2013. Das ist die höchste Zahl seit 15 Jahren. Landesbrandmeister Detlef Radtke zog am Sonnabend auf der Jahresversammlung in Meldorf (Kreis Dithmarschen) jedoch eine fast durchweg positive  Jahresbilanz. Die Zahl der Mitglieder in den 1371 Wehren stieg erstmals wieder. Die Feuerwehren zwischen Lauenburg und Flensburg sind am 1. Januar mit  48211 Mitgliedern in den Einsatzabteilungen ins neue Jahr gestartet – 107 mehr als ein Jahr zuvor. Besonders erfreulich ist der erneute Anstieg des Frauenanteils.  3836 Einsatzkräfte sind Frauen (plus 16). Damit ist heute die Zahl der Frauen in Feuerwehrunform  so groß wie noch nie in der Geschichte der Feuerwehren Schleswig-Holsteins.

Landesbrandmeister Radtke sieht in dem Ende der Talfahrt bei den Mitgliedern auch einen Erfolg bei der Marketingarbeit und der Arbeit der Jugendwehren. Die Jugendabteilungen der Wehren hatte 2014 ihre Mitgliederzahlen ebenfalls wieder steigern können. 9518 Mädchen und Jungen unter 18 Jahren sind dort engagiert.

„Heute ist den Feuerwehren klar, dass es mehr bedarf als eines klassischen Tages der offenen Tür, um Interesse bei der Bevölkerung für eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr zu enflammen“, sagte Radtke vor den Delegierten. „Teamgeist, Zusammenhalt und das Einbringen individueller Fertigkeiten formen jeden Einzelnen und machen aus einer Feuerwehr eine unschlagbare Gemeinschaft, die für ihre Mitbürger einsteht“, sagt der Landesbrandmeister.

Ein wichtiger Schlüssel für die zukünftige Mitgliederwerbung sei die Einbindung von Bürgern mit Migrationshintergrund. Erfreut zeigte sich Radtke deshalb über erste Erfolge vieler Wehren, Migranten und auch Menschen mit Handicaps in die ehrenamtliche Feuerwehrarbeit einzubinden. „Das ist gelebte Willkommenskultur, die wir noch weiter ausbauen müssen“, so Radtke. Ein dickes Lob bekam der Landesbrandmeister für die Arbeit der Feuerwehren vom obersten Dienstherrn. Innenminister Stefan Studt war nach Meldorf gekommen und dankte den Abordnungen der Feuerwehren  für ihre Einsatzbereitschaft und ihr Engagement. 

77188 Einsätze insgesamt

Die Zahl der Einsätze lag 2014 insgesamt bei 77188. Das entspricht einem Rückgang um 7010 Einsätze gegenüber 2013. Während die Brandeinsätze stark anstiegen, gab es besonders starke rückläufige Zahlen bei den technischen Hilfeleistungen und im Rettungsdienst. Gründe sind die fehlenden Unwetter 2014, als es weder Hochwasser noch besonders starke Orkane gab. Die Folge: 16087 Alarmierungen zu technischen Hilfeleistungen, ein Rückgang um 6740 Einsätze. Auch im Rettungsdienst wurden 2014 von den Feuerwehren fast 3000 Alarmierungen weniger registriert.

   
Gesunken ist jedoch die Zahl der Feuerwehren. Sechs Wehren wurden 2014 aufgelöst. Damit sank die Zahl der Feuerwehren im Land auf 1371, wie der Landesfeuerwehrverband in seinem Jahresbericht in Meldorf veröffentlichte. Davon sind besonders ländliche Räume betroffen, in denen Einsatzkräfte weiter fehlen.

Bei der Landesversammlung erhielt Detlef Radtke für seine Verdienste vom Innenminister das Brandschutzehrenzeichen in Gold. Erster Hauptbrandmeister Peter Schütt aus Mönkeberg bei Kiel erhielt die Leistungsspange der schleswig-holsteinischen Jungenfeuerwehr in Silber.

Für besonderes Engagement bei der Brandverhütung zeichnete der Landesfeuerwehrverband zwei Kieler Einrichtungen aus. Die Schule am Heidenberger Teich und die Evangelische Kindertagesstätte Hasseldieksdamm wurden für vorbildliche Brandschutzerziehung mit dem „Hertha Patzig-Preis“ ausgezeichnet. An beiden Einrichtungen waren die Gefahren durch Feuer und das richtige Verhalten im Brandfall den Kindern besonders vorbildlich vermittelt worden. 

Aus den Reihen der der Feuerwehr erhielten die Feuerwehrleute Michael Hoppe und Thorolf Taute aus Henstedt-Ulzburg für ihren Einsatz beim vorbeugenden Brandschutz den „Dr. Erwin Flaschel-Preis“.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH