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Gedenken an Kriegsende und Tote

Schleswig-Holstein Gedenken an Kriegsende und Tote

Mit der kampflosen Übergabe an die Briten endete vor 70 Jahren der Krieg in Hamburg. Am selben Tag starben aber noch Tausende Häftlinge aus dem KZ Neuengamme. In Hamburg und Lübeck wird beider Ereignisse gedacht.

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Mahnmal in Ladelund: In dem Konzentrationslager an der deutsch-dänischen Grenze, der nördlichsten Außenstelle des KZ Neuengamme, mussten im Herbst 1944 mehr als 2000 Häftlinge den „Friesenwall“ bauen. Mehr als 300 Menschen starben.

Quelle: Carsten Reher/dpa (Archiv)

Hamburg/Lübeck . Im Beisein von rund 60 ehemaligen KZ-Häftlingen erinnert die Stadt Hamburg am Montag (13.00 Uhr) in der Gedenkstätte Neuengamme an das Kriegsende vor 70 Jahren und das Leid der Gefangenen. Vor einer feierlichen Kranzniederlegung am Internationalen Mahnmal sprechen Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), der Vizepräsident der Häftlingsvereinigung von Neuengamme, Janusz Kahl, sowie zwei Politiker aus Frankreich und den Niederlanden. Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) bezeichnete den Besuch der ehemaligen Häftlinge aus 20 Ländern als „große Ehre“ für Hamburg.

Am Nachmittag (17.00 Uhr) gedenkt der Landtag von Schleswig-Holstein des Kriegsendes in Lübeck. Zu der Veranstaltung in der Marienkirche wird auch der britische Botschafter, Sir Simon McDonald, erwartet. Die ökumenische Andacht gestalten der Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich, und der katholischen Erzbischof von Hamburg, Stefan Heße.

Am 4. Mai 1945 hatte die Wehrmacht die Teilkapitulation für das Gebiet von der Ems-Mündung bis zur Kieler Förde sowie für Norwegen, die Niederlande und Dänemark erklärt. Am Tag davor war das durch Luftangriffe zerstörte Hamburg kampflos an britische Truppen übergeben worden. Am selben Tag bombardierten britische Flugzeuge drei Schiffe in der Lübecker Bucht, auf die die SS Tausende Gefangene aus Neuengamme gepfercht hatte. Bei dem Angriff aufgrund eines tragischen Irrtums der Briten starben 7000 Menschen.

In Neuengamme waren nach Angaben der Gedenkstätte mehr als 100 000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert. Das größte KZ in Nordwestdeutschland hatte 85 Außenlager. Mindestens 42 900 Häftlinge starben. Das Hauptlager wurde den Briten menschenleer übergeben. Alle Häftlinge hatte die SS zuvor weggeschafft.

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