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Gewehrkugel trifft Autofahrer

Offenbar verirrtes Projektil eines Jägers Gewehrkugel trifft Autofahrer

Tragischer Vorfall kurz vor Sonnenuntergang: Als Thies Schoppmeierer am Sonntagabend um 21.30 Uhr mit seinem Wagen auf der B76 zwischen Plön und Preetz unterwegs war, hörte er plötzlich einen lauten Knall und spürte im selben Moment einen Schlag an seinem Hals. Zuerst war ihm gar nicht bewusst, was passiert war: Eine Gewehrkugel hatte die Scheibe seines Autos durchschlagen und hätte ihn beinahe getötet.

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Thies Schoppmeier (56) zeigt seine Wunde am Hals. Eine Kugel durchschlug am Sonntag sein Fahrzeug auf der Bundesstravüe 76 zwischen Plön und Preetz .

Quelle: Stephanie Redwanu

Kiel/Preetz. Wer den Schuss abgefeuert hat, ist noch unklar. Die Polizei ermittelt. Am wahrscheinlichsten ist offenbar, dass sich die Kugel eines Jägers verirrt hat. Der 56-jährige Schoppmeier war mit seiner Frau von der Travemünder Woche auf dem Weg nach Hause, als es plötzlich „tierisch geknallt“ hatte. „Meine Frau hat dann gesehen, dass ich stark blute und band mir ein Tuch um den Hals“, sagte Schoppmeier gestern. Erst einige Kilometer weiter bot sich dem Paar eine Haltemöglichkeit. „Wir haben den Rettungsdienst angerufen, der uns in das Preetzer Krankenhaus geleitet hat.“

 Das Projektil war durch die rechte hintere Seitenscheibe seines Kombis eingetreten, hatte die rechte hintere und die Kopfstütze auf der Fahrerseite durchschlagen. Hätte eine große Person auf dem Rücksitz gesessen, wäre sie getötet worden, ist er sich sicher. In der Fleecejacke und dem Hemd des Kfz-Meistes waren Einschusslöcher. „Der Notarzt holte Stofffetzen aus der Wunde am Hals, die nicht genäht werden konnte. Derartige Schussverletzungen können sich leicht entzünden, erklärte mir der Mediziner.“ Schoppmeier ist für eine Woche krankgeschrieben.

 Spezialisten der Spurensicherung durchsuchen erst heute den Wagen nach dem Projektil. „Wenn wir es finden, können wir sagen, aus welchem Gewehrtyp der Schuss abgefeuert wurde“, sagte Matthias Arends, Sprecher der Kieler Polizei. Auch der Bereich, in dem der Schuss abgefeuert wurde, wird heute nach Spuren abgesucht.

 Andreas Schober, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, sprach von einem tragischen Vorfall: „Jetzt muss die kriminaltechnische Untersuchung abgewartet werden, damit einwandfrei geklärt ist, wer dafür verantwortlich ist. Es kann ein Fehlschuss oder ein Abpraller gewesen sein.“ Schober erklärt, es dürfe grundsätzlich überall dort geschossen werden, wo ein Kugelfang vorhanden ist: „Es gilt aber das örtliche Jagdverbot. Der Jäger darf nicht in eine Richtung schießen, in der Menschen gefährdet sein können. Dazu zählen auch Straßen.“

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Günter Schellhase
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Thies Schoppmeier (56) zeigt seine Wunde am Hals.

Es war offensichtlich ein Jäger: Die Spezialisten der Spurensicherung haben Mittwoch das Projektil in dem Wagen gefunden, mit dem Thies Schoppmeier am Sonntag unterwegs war, als die Kugel seinen Hals streifte.

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