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Segler stößt mit Buckelwal zusammen

Ostsee Segler stößt mit Buckelwal zusammen

Kuriose Kollision in der Ostsee: Südlich der Insel Vilm im Greifswalder Bodden ist ein Segler am Montag offenbar bei voller Fahrt mit einem Buckelwal zusammengerasselt. Der Wassersportler habe den Schreck seines Lebens gehabt, die Experten des Meeresmuseums in Stralsund halten den Vorfall für einen Unfall.

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Gigantischer Meeressäuger: Ein Buckewal lebt seit einigen Monaten in der Ostsee bei Greifswald. Jetzt machte ein Segler nähere Bekanntschaft mit ihm.

Quelle: Aap Dave Hunt/dpa (Symbol)

Stralsund/Greifswald. Wie die "Ostsee-Zeitung" online berichtet, war Andreas Kohl in seinem Boot mit einer vergleichsweise hohen Geschwindigkeit von elf Knoten unterwegs gewesen. Das raue Wetter am Montag mit bis zu anderthalb Meter hohen Wellen könnte die Kollision außerdem begünstigt haben. „Bei solch aufgewühlter See ist es auch unter Wasser laut. Möglicherweise hat der Wal das Boot nicht geortet“, erklärte der Kurator für Meeressäuger im Deutschen Meeresmuseum Stralsund, Michael Dähne. Zudem sei der Greifswalder Bodden sehr flach, so dass das Tier nicht – wie es Buckelwale üblicherweise tun – nach unten wegtauchen konnte.

"Richtiger Bums" beim Zusammenstoß

Der Buckelwal lebt im Greifswalder Bodden seit einigen Wochen als Irrgast. Nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund war die Kollision bereits die 21. Sichtung des etwa zehn Meter großen Tieres seit Ende Juli. Der Segler habe den Schrecken seines Lebens bekommen, sagte der Direktor des Meeresmuseums, Harald Benke. Buckelwale gelten als nicht aggressiv gegenüber dem Menschen, wie Benke sagte. „Es hat einen richtigen Bums gegeben“, berichtete er. Dann habe sich neben ihm ein Körperteil einen halben Meter aus dem Wasser gehoben. „Ich hatte richtig Schiss bekommen“, sagte der Stralsunder der Deutschen Presse-Agentur.

Die Meeresbiologen des Deutschen Meeresmuseums rätseln, warum sich das Tier bereits so lange in dem flachen, stark von Wassersportlern frequentierten Gewässer aufhält. Auch sei sein Verhalten untypisch für Buckelwale, sagte Dähne. Normalerweise sprängen die Tiere aus dem Wasser. Dieser Wal sei aber nur zweimal dabei beobachtet worden. Wassersportler bekamen immer nur kurz einen Teil des Rückens und die Finne zu sehen. Nur selten wurde er fotografiert. Deshalb können die Forscher auch den Gesundheits- und Ernährungszustand des Tieres schwer einschätzen.

Buckelwal hat sich offenbar nicht verletzt

Die in Ozeanen beheimateten Buckelwale können bis zu 15 Meter groß werden. Zuletzt waren Vertreter der Spezies häufiger als Irrgast in der Ostsee zu sehen - zuletzt 2014/2015 sogar eine Mutter mit Kalb. Diese beiden Tiere hatten nach Einschätzung dänischer Forscher offenbar in der Ostsee überwintert. Vor der deutschen Küste gibt es Nachweise von Buckelwalen für 1766, 1978, 2003 und 2008.

Die Forscher hoffen, dass der Wal wieder den Weg aus der Ostsee in die Nordsee und den Atlantik findet. Buckelwale ernähren sich von Krill, kleinen Krebstieren. Derzeit bekommt der im Bodden schwimmende Wal nach Dähnes Einschätzung im Greifswalder Bodden genügend Nahrung über das Zooplankton im Bodden. Bei dem Zusammenstoß scheint sich das Tier den Berichten des Seglers zufolge nicht verletzt zu haben.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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