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Ex-Boss ist untergetaucht

Hamburger Mongols Ex-Boss ist untergetaucht

Ein halbes Jahr Untersuchungshaft, dann eine Verurteilung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Das Gericht sah bei dem einstigen Chef der Hamburger Mongols dennoch keine Fluchtgefahr und ließ ihn laufen. Nun ist er untergetaucht.

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Der Ex-Boss der Hamburger Mongols ist untergetaucht. Die Polizei fahndet jetzt nach ihm.

Quelle: Frank Peter (Archiv, Symbolbild)

Hamburg. Nur gut eine Woche nach der Aussetzung eines Haftbefehls ist der frühere Boss der Hamburger Mongols auf der Flucht. „Wir haben Fahndungsmaßnahmen“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Zuvor hatten mehrere Medien über das Verschwinden des ehemaligen Rocker-Chefs berichtet.

Der 37-Jährige war erst am Dienstag vergangener Woche vom Amtsgericht Hamburg zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht hielt es für erwiesen, dass er mehrfach gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz verstoßen hat. Bei drei Wohnungsdurchsuchungen hatte die Polizei jeweils eine Schusswaffe, Munition und eine nicht geringe Menge Kokain gefunden.

Insgesamt müsse der Angeklagte nun mit einer Haftzeit von drei Jahren rechnen, erklärte der Richter. Die Bewährung für eine frühere Haftstrafe würde voraussichtlich widerrufen werden. Dennoch seien die Strafen nicht so hoch, dass man vermuten könnte, er würde sich ins Ausland absetzen. Die Verteidigerin kündigte an, ihr Mandant werde gegen das Urteil in Berufung gehen. Damit würde es vorläufig nicht rechtskräftig werden.

Das Gericht setzte den Haftbefehl vom 15. Dezember 2015 gegen die Auflage außer Vollzug, dass sich der 37-Jährige zweimal pro Woche bei der Polizei melde. Dem sei er bislang nicht nachgekommen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, am Donnerstag. Er sei flüchtig.

Der ehemalige Rockerboss war Anfang Dezember 2015 bei einer spektakulären Polizeiaktion im Stadtteil Hoheluft festgenommen worden. Zuvor war Ende Oktober unter seinem Lamborghini ein Sprengsatz detoniert, als er das Auto ausparken wollte. Der 37-Jährige galt als wichtige Figur im Konflikt mit dem konkurrierenden Rocker-Club Hells Angels.

In seinem letzten Wort vor dem Urteil hatte der Angeklagte seinen verbotenen Waffenbesitz rechtfertigen wollen. Er verwies auf einen nächtlichen Überfall Mitte Juni in Hamburg-Schnelsen, bei dem ein Freund von ihm und dessen Freundin durch Schüsse schwer verletzt worden waren. Auch er selbst sei vor seiner Verhaftung bedroht worden.

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