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Hamburger Suchtforscher will kontrollierte Cannabis-Abgabe

Gesundheit Hamburger Suchtforscher will kontrollierte Cannabis-Abgabe

Auf dem Deutschen Suchtkongress hat der Hamburger Suchtforscher Jens Reimer für eine kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene geworben. Die Risiken seien zu hoch, bei einem Dealer an ein mit Blei oder anderen Streckmitteln verunreinigtes Produkt zu gelangen, sagte Reimer (46) am Freitag.

Hamburg. "Im Supermarkt werden bei Wein und Bier doch auch Inhaltsstoffe und Alkoholgehalt angegeben", argumentierte der Präsident des Deutschen Suchtkongresses, der am Freitag in Hamburg endet. Rund 500 Experten diskutierten dort drei Tage lang über Sucht.

Reimer, Arzt und Direktor des Zentrums für Interdisziplinäre Suchtforschung der Uni Hamburg, setzt sich zudem aus weiteren Gründen für eine Freigabe ein: So seien die gesundheitlichen Risiken des Cannabiskonsums weniger hoch wie die des Alkoholkonsums. Ob die Abgabe in Coffeeshops oder Apotheken erfolgen soll, müsse ein Modellversuch zeigen: "Pharmazeuten kennen die Cannabinoide, die bereits medizinisch eingesetzt werden. Die Frage ist nur, wie hoch die Hemmschwelle ist, in die Apotheke zu gehen." 40 Prozent der 20- bis 49-Jährigen hätten laut Reimer bereits mindestens ein Mal im Leben Marihuana, Haschisch oder andere Produkte mit dem Wirkstoff THC konsumiert.

dpa

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