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G20-Schäden "deutlich geringer"

Hamburgs Senat G20-Schäden "deutlich geringer"

Geplünderte Geschäfte, ausgebrannte Autos, beschädigte Straßenzüge - viele Hamburger haben noch die Bilder von den G20-Krawallen im Kopf. Allmählich wird aber klar: Ganz so immens wie befürchtet fallen die Schäden nicht aus - auch wenn noch dicke Brocken zu begleichen sind.

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Am 07. und 08. Juli kamen in der Hansestadt die Regierungschefs der führenden Industrienationen zum G20-Gipfel zusammen - im Umfeld des Treffens kam es zu gewalttätigen Protesten.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Hamburg. Knapp drei Monate nach den Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels geht Hamburgs rot-grüner Senat von geringeren Schäden als bisher angenommen aus. Von dem vom Bund und von der Stadt aufgelegten 40-Millionen-Euro-Hilfsfonds werde voraussichtlich nur "ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag" in Anspruch genommen, teilte der Senat am Montag auf Anfrage mit. Die Schäden seien nach aktuellen Schätzungen «deutlich geringer als befürchtet».

Bis zum 28. September seien 324 Anträge bei der Hamburgischen Investitions- und Förderbank eingegangen, von denen 200 mit einem Gesamtvolumen von rund 406 000 Euro bewilligt worden seien. 126 000 Euro flossen demnach für Gebäudeschäden, 177 000 für beschädigte Autos und 103 000 für sonstige Schäden. Die höchste bis zum 28. September ausgezahlte Einzelsumme habe bei 60 000 Euro gelegen.

Die Plünderungen eines Geschäfts für hochwertige Elektronik an der Schanzenstraße, eines Supermarkts und einer Budnikowsky-Filiale in der Straße Schulterblatt sowie die Zerstörung einer Bank sind in diese Auflistung wohl noch nicht eingeflossen. Hierfür wurde mit deutlich höheren Schäden gerechnet. "Die zu begleichende Summe wird aber wahrscheinlich noch steigen, da gerade bei größeren Schäden die Schadensfeststellung aufwendiger ist", erklärte der Senat.

32 Anträge seien abgelehnt worden, weil zum Beispiel Schäden gemeldet worden waren, "bei denen es sich um keine Sachschäden handelte". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatten nach dem Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 7. und 8. Juli den geschädigten Bürgern schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt und dafür bis zu 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Vor gut zwei Wochen hatten aber mehr als 60 durch den G20-Gipfel geschädigte Gewerbetreibende aus dem Schanzen- und Karoviertel sowie aus St. Pauli ausbleibende Hilfe von Bund und Stadt beklagt. Es sei zwar eine Entschädigung etwa der Kosten für Schutzmaßnahmen oder für Versicherungsbeiträge zugesagt worden. Doch die Umsatzausfälle, die nicht unmittelbar zu Schulden oder Krediten führten, würden nicht ersetzt, monierten Vertreter des Bündnisses "Schanze miteinander". Dem Zusammenschluss gehören unter anderem Kneipen und Geschäfte an.

Von dpa

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