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Poststreik: Viele Rechnungen nicht zugestellt

Handwerk im Norden Poststreik: Viele Rechnungen nicht zugestellt

Seit mehr als drei Wochen bleiben Briefe und Pakete bei der Post liegen. Betriebe im Norden sprechen von einer „großen Belastung für die ganze Wirtschaft“, weil Ausschreibungen nicht ankämen und Rechnungen nicht zugestellt würden.

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Der Poststreik sorgt für Verärgerung bei den Handwerksbetrieben im Norden.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Flensburg/Hamburg. Unternehmen und Handwerksbetriebe im Norden kämpfen mit den Auswirkungen des Poststreiks. „Das stört die betrieblichen Abläufe merklich“, sagte eine Sprecherin der Handwerkskammer Hamburg am Mittwoch. So würden Rechnungen, Ausschreibungen und behördliche Genehmigungen häufig nicht pünktlich zugestellt. Eine Sprecherin der Handwerkskammer Flensburg sagte indes, sie habe bisher keine größeren Auswirkungen bemerkt.

Rund 43 Millionen Briefe und drei Millionen Pakete werden laut Gewerkschaft Verdi wöchentlich in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verschickt. Die Deutsche Post sagte immer wieder, während des Streiks würden 80 Prozent aller Sendungen zugestellt, 20 Prozent bleiben also liegen. Lars-Uwe Rieck, zuständiger Verdi-Fachbereichsleiter in Hamburg, kann sich „eher ein umgekehrtes Verhältnis vorstellen“. „Wir wissen, dass die Postgebäude bis unters Dach mit liegengebliebenen Sendungen vollgestopft sind.“

Auch Christian Hamburg, der im Hamburger Südosten einen Malerbetrieb führt, stellt die Angaben der Post infrage. In den Außenbezirken der Stadt gäbe es Straßenzüge, „in denen seit Wochen kein Brief mehr ankommt“, sagte der Bezirkshandwerksmeister in Bergedorf. Durch ausbleibende Ausschreibungen entgehe vielen Betrieben mögliches Umsatzpotenzial. „Uns bedroht das nicht in der Existenz, aber das ist sicher nicht erfreulich.“

Eine „große Belastung für die ganze Wirtschaft“ nennt Mario Spitzmüller, Sprecher des Industrieverbands Hamburg, den Poststreik. „Wir versuchen das pfiffig und raffiniert auszugleichen, was aber immer mit Mehrkosten verbunden ist.“ Nicht alles kann per Mail oder Fax geklärt werden.

Eine Änderung hat der Poststreik schon jetzt bewirkt: Die Lieferanten von Malermeister Christian Hamburg schicken ihre Rechnungen mittlerweile nur noch per Mail — und wollen auch nach Streikende nicht mehr auf den Brief umsteigen.

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