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Schleppversuch wieder abgesagt

Havarie vor Langeeog Schleppversuch wieder abgesagt

Die Bergung des havarierten Frachters "Glory Amsterdam" vor Langeoog wurde abgesagt. Der Reeder des unter Panama-Flagge fahrenden Schiffes will selbst ein Unternehmen zur Bergung beauftragen. Die Tanks mit 1800 Tonnen Schweröl scheinen zu halten.

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Der Frachter «Glory Amsterdam» ist vor Langeoog auf Grund gelaufenen

Quelle: Uncredited/Central command for maritime emergencies/dpa

Cuxhaven/Langeoog. Der unter Panama-Flagge fahrende Massengutfrachter "Glory Amsterdam" wird möglicherweise noch ein paar Tage vor Langeoog liegen. Wie das Havariekommando in Cuxhaven am Montag mitteilte, wurde ein für Montagabend angesetzter Bergungsversuch abgesagt. 

Die Reederei aus Singapur hat am Montag die Hilfe der vom Havariekommando bereitgestellten Schlepper abgelehnt und in Absprache mit der Versicherung ein eigenes Schleppunternehmen beauftragt. Das Unternehmen muss nun einen Bergungsplan ausarbeiten und sich dabei mit dem Havariekommando abstimmen.

Kein Einsatz von großen Schleppern möglich

Der Einsatz von großen Schleppern ist derzeit aufgrund der geringen Wassertiefe vor Langeoog nicht möglich. Die "Glory Amsterdam" liegt mit sieben Metern Tiefgang nur 2,2 Kilometer vom Strand von Langeoog entfernt. Der unbeladene Frachter hatte sich am Sonntag in der Deutschen Bucht wegen des heftigen Sturms mit bis zu sieben Meter hohen Wellen losgerissen und trieb auf eine Sandbank. In der Nähe von Helgoland war das Schiff auf Reede gegangen.

Spezialisten des Bergungsunternehmens sind inzwischen an Bord des Frachters und machen sich ein Bild der Lage. Gemeinsam mit dem Boardingteam des Havariekommandos überprüfen die Spezialisten den technischen Zustand des 225 Meter langen 32,2 Meter breiten Schiffes und tragen die relevanten Daten für ein Bergungskonzept zusammen.

Medizinische Betreuung der Besatzung

Bei Windstärke 8 bis 9 und Wellen bis zu sieben Metern hat das Havariekommando bereits am Sonntag ein Verletztenversorgungsteam zur "Glory Amsterdam" fliegen lassen. Die Experten übernahmen die medizinische Betreuung der Besatzung wegen Seekrankheit. Ansonsten sind die 22 Seeleute an Bord unverletzt. 

Mit der Crew des 2003 in Japan gebauten Schiffes hatte es während der Bergungsversuche am Sonntag erhebliche Kommunikationsprobleme gegeben. Ob deshalb alle drei Versuche zum Herstellen einer Schleppverbindung mit dem Schlepper "Nordic" scheiterten, ist derzeit noch unklar. Der Besatzung des Frachters war es im Sturm nicht gelungen, die Anker zu heben und das Schiff mit Hilfe der eigenen Maschinen wieder in Fahrt zu bringen.

Keine Risse am Schiff

Auch wenn sich die Wetterbedingungen im Seegebiet verbessert haben, erschwert der Wellengang immer noch die Arbeiten. Die Spezialschiffe zur Ölbekämpfung konnten noch nicht eingesetzt werden, da die Wellenhöhe immer noch rund zwei Meter beträgt.

Bislang ist der Rumpf des Schiffes aber stabil. Er hat weder Risse noch andere Schäden. Im Bodentank sind rund 1800 Tonnen Schweröl als Treibstoff für die Hauptmaschine. Sollte das Öl auslaufen, drohen unabsehbare Folgen für das Wattenmeer. Vor 19 Jahren hatten selbst 150 Tonnen Schweröl aus den Tanks des Frachters "Pallas" vor Amrum schwere ökologische Folgen verursacht.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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