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Hossa! Schlagermove zieht durch St. Pauli

Hunderttausende Fans in Hamburg Hossa! Schlagermove zieht durch St. Pauli

Längst gilt der Schlagermove als der Karneval des Nordens: In schrillen Kostümen feierten wieder Hunderttausende in Hamburg das große Gute-Laune-Spektakel. Dass so mancher die eingeladenen Schlagersänger kaum noch kennt, ist dabei völlig egal.

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Die Massen feierten ihren Schlagermove.

Quelle: dpa

Hamburg. Bei Deutschlands größter Schlagerkarawane haben am Samstag in Hamburg eine halbe Million Menschen eine riesige Gute-Laune-Party gefeiert. Zum 16. Mal zog der Schlagermove durch die Straßen und machte die Hansestadt zum Schauplatz für den größten Karneval des Nordens. Ob mit riesigen Sonnenbrillen, bunten Perücken und Schlaghosen oder gleich im Faschingskostüm - nur wenige Besucher kamen ohne Verkleidung. 45 Musiktrucks bahnten sich ihren Weg durch die Massen und drehten ihre Runde vorbei an Landungsbrücken, Fischmarkt und Reeperbahn. Nach einem überaus sonnigen Start setzten allerdings Regen und sogar Gewitter ein.

Ein Mann wirft am Samstag (17.07.2010) in Hamburg Konfetti auf den unter ihm vorbeiziehenden Schlagermove. Der 14. Schlagermove zieht mit 44 Trucks mit aufgebauten Musikanlagen unter dem Moto "Ein Festival der Liebe" durch St. Pauli.

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Dabei konnten Besucher und Veranstalter zunächst noch jubeln: Nach dem komplett verregneten Schlagermove des Vorjahres, als selbst SchlagerikoneJürgen Drews klatschnass für Stimmung sorgte, schien alles anders zu werden. Diesmal hatten die Fans die Sonne nicht nur im Herzen - sie schien sogar vom Himmel, als am Nachmittag der erste Wagen losrollte. Bereits eine Stunde nach Beginn schätzte die Polizei die Zahl der Besucher auf 500 000. Auch die Veranstalter rechneten mit einem solchen Ansturm. «So voll war es zum Start noch nie», sagte Sprecher Axel Annink. Dass es dann doch zu regnen und donnern anfing, verdarb zwar nicht allen die Schlagerlaune, aber doch so manchem.
Allerdings hatten sich viele Besucher sowieso gegen erneutes Schlagermove-Schietwetter gewappnet. «Das regnet bestimmt noch. Das ist immer so», meinte die 19-jährige Annika Metzmann schon, als noch die Sonne schien. Sie war gemeinsam mit ihrer gleichaltrigen Freundin Isabell Srugies gekommen. Die beiden Hamburgerinnen waren keine Neulinge beim Schlagermove, aber auch keine Schlagerfans. Namen wie die von Bata Illic oder Gottlieb Wendehals, die als Stargäste auf die Trucks eingeladen worden waren, sagten ihnen zwar noch etwas. «Aber die Musik hören wir sonst nicht, wir sind hier wegen der Stimmung», meinten die beiden Mädchen.
«Das ist einfach Gute-Laune-Musik», sagten auch die beiden Schwestern Sina (25) und Alina (21) aus Hamburg. «Die Stimmung ist wieder der Hammer!». Zu den Unkostümierten, die eindeutig in der Minderheit waren, gehörten Nadine und Mark aus Hannover, die eigentlich nur auf Hamburg-Besuch waren. «Aber die machen ja ganz gut Party hier», bescheinigten sie den Hanseaten, unter die sich aber ohnehin auch viele Touristen gemischt hatten. Wie etwa die beiden echten Karnevalsexpertinnen aus Nordrhein-Westfalen, Barbara Fiethz und Annette Pape, die extra zum Move angereist waren: «Die Hamburger können definitiv mithalten.»
Ob «Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben», «Ein Bett im Kornfeld» oder «Du kannst nicht immer 17 sein» - von allen Wagen dröhnte stundenlang ein Schlager nach dem anderen. Solange noch die Sonne schien, regnete es Seifenblasen und Konfetti. Erst rund fünf Stunden nach dem Start sollte der letzte Musiktruck das Ziel erreichen. Für das «Festival der Liebe» war danach aber noch lange nicht Schluss: Auf dem Heiligengeistfeld stand wieder die traditionelle Aftermove-Party auf dem Programm.

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