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Illegale Müllablagerung ist ein Problem

Schleswig-Holstein Illegale Müllablagerung ist ein Problem

Wilde Müllablagerungen sind in Teilen Schleswig-Holsteins ein großes Problem. Gartenmüll, alte Autoreifen oder Sperrmüll — immer mehr Norddeutsche lassen ihren Müll einfach am Wegrand oder auf Parkplätzen zurück. Insgesamt sei ein leichter Anstieg an illegaler Abfallentsorgung festzustellen.

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Ob alte Reifen im Wald oder Chemikalien in Gewässernähe — illegal entsorgter Müll ist auch in Schleswig-Holstein ein großes Problem. Zwar wirken Aufklärung und Kampagnen gegen die illegale Müllablagerung, die Täter aber können nur selten ermittelt werden.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Kiel/Lübeck. „Gerade im Frühling durch den Frühjahrsputz oder auch kurz vor Weihnachten kann man einen saisonalen Anstieg beobachten“, sagte der Sprecher des Kreises Pinneberg, Oliver Carstens.

Die Stadt Lübeck registriert pro Jahr durchschnittlich 480 wilde Müllablagerungen, berichtete die Sprecherin der Entsorgungsdienste in Lübeck, Cornelia Tews. Für die Stadt bedeutet das zusätzliche Kosten von bis zu 60.000 Euro pro Jahr. Das sei nicht nur finanziell ärgerlich, sondern auch für die Umwelt gefährlich. Zum Beispiel könne aus alten Gerätschaften Altöl ins Erdreich einsickern oder Giftstoffe in Gewässer fließen.

Die größten Kosten fallen etwa im Kreis Rendsburg-Eckernförde bei der Entsorgung von gefährlichen Abfällen wie Dämmwolle, Asbestzementplatten oder den Resten von Bau-Chemikalien an, sagte der Kreissprecher Martin Schmedtje. Insgesamt muss der Kreis für die Beseitigung des illegalen Mülls seit 2006 jährlich mehr als 20.000 Euro bereitstellen.

Obwohl sich viele Schleswig-Holsteiner an die Vorschriften hielten, sei es trotzdem notwendig mit allen Mitteln über eine fachgerechte Entsorgung aufzuklären, sind sich die Behörden einig. Mit zahlreichen Kampagnen, einer Beratungshotline, einem Müllmagazin, Kundenservice oder auch Flyern in unterschiedlichen Sprachen werben Behörden für eine „saubere“ Müllentsorgung. „Es gibt jedoch immer vereinzelt schwarze Schafe, die einfach beratungsresistent sind“, sagte Tews.

Gerade in diesen wenigen Fällen könnten die tatsächlichen Verursacher nur selten festgestellt werden. Wenn der Müll Hinweise über seine früheren Besitzer freigebe oder Zeugen die illegale Müllablagerung meldeten, könnten die Umweltdienste der Polizei aktiv werden und ermitteln. Die Aufklärungsrate sei allerdings äußerst gering, berichtete Tews.

Im Kreis Dithmarschen gehe das Aufklärungskonzept auf, denn wilde Müllkippen spielen in der Regel keine Rolle in der ehemaligen „Bauernrepublik“, sagte Kreissprecherin Melanie Kaacksteen. Meist würden nur kleine Mengen Gartenabfälle in die Landschaft gekippt, der Müll vom Renovieren oder ein bisschen Bauschutt. Mit gerade mal 300 Euro pro Jahr belastet die ordnungsgemäße Entsorgung die Kreis-Kasse.

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