21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Lübecker Fähre vor Safaga gesunken

Schiffsunglück im Roten Meer Lübecker Fähre vor Safaga gesunken

Im Roten Meer hat sich erneut ein schweres Schiffsunglück ereignet. Kurz nach dem Auslaufen aus dem ägyptischen Hafen Safaga ist die in Travemünde gebaute Frachtfähre „Taba“ am Sonntag gekentert und gesunken.

Voriger Artikel
Dutzende verendete Rinder auf Bauernhof entdeckt
Nächster Artikel
84-Jährige ausgeraubt: Polizei sucht öffentlich nach Täter

Die "Taba" wurde 1985 durch den vereisten Nord-Ostsee-Kanal nach Ägypten überführt. Nun ist sie im Roten Meer gesunken.

Quelle: Frank Behling

Lübeck. Das Schiff befand sich auf der Reise von Safaga nach Duba in Saudi-Arabien, als auf dem Lkw-Deck mehrere Lastwagen verrutschten. Danach habe das Schiff Schlagseite bekommen und sei schließlich untergegangen, heißt es in Medienberichten aus Ägypten. Ein Boot der ägyptischen Marine konnte vor dem Untergang alle 27 Besatzungsmitglieder und zehn Lkw-Fahrer retten. Neun Besatzungsmitglieder erlitten bei der Havarie nach Angaben aus Ägypten Verletzungen. Sie kamen anschließend zur Versorgung in die ägyptische Militärbasis von Safaga.  

Die „Taba“ wurde von Juni 1984 bis Februar 1985 auf der Schlichting-Werft in Travemünde unter der Baunummer 2011 als erste von zwei Frachtfähren für Ägypten gebaut. Es war eines der letzten Neubauten dieser traditionsreichen Werft, die kurz darauf geschlossen wurde. Die Taufe des Schiffes erfolgte noch vor der Abfahrt am 15. Februar 1985 in Travemünde mit einem Tonkrug voll reinen Wassers. Danach startete die Überführung über Kiel durch den vereisten Nord-Ostsee-Kanal nach Ägypten. Das 117 Meter lange Schiff wurde von zwei Kieler MaK-Dieseln angetrieben und hatte zwei Ladedecks mit Platz für etwa 50 Lastwagen (890 Lademeter). Die 6650 BRZ große Fähre konnte aber auch 257 Container und bis zu 350 Autos befördern. Nach der Überführung nach Ägypten wurde die „Taba“ als Frachtfähre im Mittelmeer und im Roten Meer für die ägyptische Staatsreederei Egyptian Navigation Company eingesetzt.

Im Roten Meer ereignen sich immer wieder schwere Schiffsunglücke mit Fähren, die zwischen Ägypten und Saudi-Arabien pendeln. Im Februar 2006 sank auf der Route Safaga-Duba die Fähre „Al-Salam Boccaccio 98“. Dabei kamen über 1000 Passagiere und Crew-Mitglieder ums Leben. Im Dezember vorigen Jahres starben 25 ägyptische Fischer, als ihr Boot unweit Safaga von einem Containerschiff gerammt wurde und unterging.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

KN-KSV-Liveticker

Verfolgen Sie alle Spiele von Holstein Kiel im KN-KSV-Liveticker.

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Norddeutschland 2/3