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Mahnung für Schleswig-Holstein

Internationaler Tag der biologischen Vielfalt Mahnung für Schleswig-Holstein

Es wird stiller auf Wiesen und Feldern im Frühling. Der Gesang der Vögel erklingt jedes Jahr etwas weniger vielfältig. Das „Meckern“ der Himmelsziege genannten Bekassine ist fast überall verstummt. Und auch das Rufen der Feldlerche höre man nur noch nur selten über den Äckern, sagte Ingo Ludwichowski vom Nabu Schleswig-Holstein.

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Eine Bekassine steht auf einer Wiese am Meldorfer Speicherkoog bei Büsum.

Quelle: Harro Müller/dpa

Kiel. „Die Feldlerche steht damit exemplarisch für den dramatischen Rückgang der Feldvögel insgesamt: Sie ist nur eine der Vogelarten, die kontinuierlich aus unseren Kulturlandschaften verschwindet“, sagte der Biologe.

„Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai ist auch für Schleswig-Holstein eine Mahnung mehr für den Artenschutz zu tun“, erklärte die BUND-Landesvorsitzende Claudia Bielfeldt. Der Tag erinnere an die Biodiversitäts-Konvention von 1992, der auch Deutschland beigetreten ist. Die 193 Mitgliedstaaten des Übereinkommens haben sich das Ziel gesetzt, die Vielfalt des Lebens auf der Erde zu schützen, zu sichern und deren nachhaltige Nutzung so zu organisieren, dass möglichst viele Menschen heute und auch in Zukunft davon leben können.

Die Realität ist nach Überzeugung vieler Experten davon noch meilenweit entfernt. „Der Zustand der Natur verschlechtert sich trotzdem weiterhin rapide: Dies zeigen sowohl der Artenschutzreport des Bundesamt, der Bericht zur Lage der Natur der EU, aber auch die Berichte des Landes und der Bundesregierung“, sagte Bielfeldt. „Wenn man von einzelnen Erfolgen absieht, sind wir weit von einer Abbremsung des Artensterbens entfernt.“

„Der Rückgang der biologischen Vielfalt setzt sich kaum vermindert fort. Jedes Jahr, so aktuelle Studien, gehen zwischen 12 000 und 58 000 Arten verloren“, bestätigte auch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte „Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland“ (NeFo). Trotz verbindlicher Ziele, den globalen Verlust von Arten, Ökosystemen und genetischer Vielfalt bis 2020 zu stoppen, hätten die 193 Mitgliedstaaten des Übereinkommens über die biologische Vielfalt in ihrem letzten Bericht kaum einen Fortschritt festgestellt. Unter anderem tragen Abfallprodukte der Landwirtschaft und die Verbreitung nicht einheimischer Tierarten zur Zerstörung von Lebensraum bei.

Gleichzeitig würden auch die Folgen für die Natur und den Menschen deutlich, sagte NeFo-Sprecher Sebastian Tilch. „Grundlegende Ressourcen wie Wasser und Böden, die für die Ernährungssicherung nötig sind, aber auch unterstützende Ökosystemleistungen wie Bestäubung hängen direkt von einer Vielfalt interagierender Arten ab. Deren Wegfall verschärft umso mehr die Probleme, die ohnehin durch die wachsende Weltbevölkerung entstehen.“ Die biologische Vielfalt ist für das menschliche Wohlergehen existenziell.

Niemand weiß, wie viele Arten von Lebewesen es auf der Erde gibt. Experten schätzen die Zahl der lebenden Arten auf ungefähr 15 Millionen. Von denen sind jedoch bislang nur rund 1,8 Millionen Arten bekannt und beschrieben.

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