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Kapitän-Fehler war Ursache für Havarie in Schleuse

Schifffahrt Kapitän-Fehler war Ursache für Havarie in Schleuse

Beschleunigt statt abgebremst: Menschliches Versagen hat vor einem Jahr zu einer Havarie in Brunsbüttel geführt. Die Schleusenanlage war nach einer Kollision acht Wochen nur beschränkt einsatzfähig.

Brunsbüttel. Ein Jahr nach der schweren Havarie des Frachters "Saint George" in der Brunsbütteler Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal (NOK) hat die Bundesanstalt für Seeunfalluntersuchung (BSU) ihren Abschlussbericht vorgelegt. Ein Fehler des Kapitäns war danach Ursache des Unglücks. Die BSU geht davon aus, "dass der Kapitän den Maschinentelegraphen versehentlich in die falsche Richtung legte", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Bericht. Es wurde Gas gegeben statt gebremst.

Der Frachter hatte am 20. März 2015 mit einer Geschwindigkeit von knapp 10 km/h (fünf Knoten) das Schleusentor gerammt. Die Schäden an der Anlage waren so groß, dass das 1200 Tonnen schwere Tor ausgetauscht werden musste. Die Schleusenanlage in Brunsbüttel war dadurch insgesamt 53 Tage lang nur beschränkt einsatzfähig. Für den Schiffsverkehr kam es teilweise zu starken Verkehrsbehinderungen auf dem NOK.

Der Kapitän hatte beim Einlaufen in die Schleusenkammer den Reserve-Maschinentelegraph benutzt. Das war ein Drehschalter. Im Gegensatz zu einem Drehschalter erfolgt beim Haupt-Maschinentelegraph die Fahrtrichtung intuitiv, das heißt der Hebel wird für Vorausfahrt nach vorne und für Rückfahrt nach hinten gelegt. Die "Saint George" fuhr unter Ballast von Amsterdam nach Lübeck.

dpa

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