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Neuer Eigner für MS Deutschland

Kiel Neuer Eigner für MS Deutschland

Das ehemalige ZDF-Traumschiff „Deutschland“ ist am Dienstag in Gibraltar seinem neuen Besitzer aus den USA übergeben worden. Die Hälfte der Schiffsbesatzung habe das Angebot des neuen Eigentümers zur Weiterbeschäftigung angenommen, teilte der Insolvenzverwalter Reinhold Schmid-Sperber am Dienstag mit.

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Das ehemalige ZDF-Traumschiff „Deutschland“ ist am Dienstag in Gibraltar seinem neuen Besitzer aus den USA übergeben worden.

Quelle: Frank Behling/ Archiv

Kiel. Im dritten Stock des Merkur-Hauses am Dreiecksplatz in Kiel endet das Kapitel der Kreuzfahrt unter deutscher Flagge. Bei der Registerabteilung des Amtsgerichts Kiel wird der Eintrag des Kreuzfahrtschiffes rechtskräftig gelöscht. Der Insolvenzverwalter der MS „Deutschland“ Beteiligungsgesellschaft, Reinhold Schmid-Sperber, hat am Dienstag das Kreuzfahrtschiff im Hafen von Gibraltar an einen Käufer aus den USA übergeben.

Damit ist der bereits im März eingefädelte Verkauf vollzogen. Neuer Eigner des Schiffes soll nach unbestätigten Angaben die US-Reederei Absolute Nevada aus Las Vegas sein, die bereits 2014 das Kreuzfahrtschiff „Yorktown“ von der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau erwarb. Von dem neuen Eigner wurde ein Vertreter mit dem Eigentumsnachweis nach Kiel zum Amtsgericht geschickt, um hier den Registereintrag zu löschen.

Der Vertreter der Anleihegläubiger der Beteiligungsgesellschaft sowie der Gläubigerausschuss hatten dem Verkauf der „Deutschland“ und dem erzielten Preis zugestimmt. Der Kaufpreis liege deutlich über den Prognosen renommierter Schiffsmakler, so der Insolvenzverwalter. Schiffsmakler hatten den Wert der „Deutschland“ vor dem Verkauf auf maximal 13,7 Million Euro taxiert, ließ der Kieler Anwalt Schmid-Sperber mitteilen. Über den tatsächlichen Kaufpreis sei aber Stillschweigen vereinbart worden. Nach einem Bericht des Handelsblatts soll der Kaufpreis bei 18,5 Millionen Euro liegen.

Das 1998 bei den Howaldtswerken-Deutsche Werft in Kiel gebaute Kreuzfahrtschiff wird umgeflaggt, den Heimathafen Neustadt verlieren und einen neuen Namen bekommen. Details wurden aber noch nicht genannt. Nur soviel: Ein Teil der seit Monaten an Bord arbeitenden 40-köpfigen Rest-Besatzung wird von dem neuen Eigner übernommen. Sie bereitet das ehemalige Fernseh-Traumschiff jetzt auf das Auslaufen in Gibraltar vor. Nach dem Eintreffen weiterer Crewmitglieder soll das Schiff Kurs auf Nordeuropa nehmen. Möglicherweise ist auch eine Werft in Deutschland im Rennen.

In welche Werft das Schiff kommt, ist noch offen. Dafür verdichten sich die Hinweise, dass die „Deutschland“ unter neuem Namen am 13. September mit US-Studenten vom englischen Portsmouth aus zur ersten Reise des Hochschulprogramms „Semester at Sea“ startet. Eine Sprecherin des Projekts der Universität von Virginia wollte diese Planungen am Dienstag noch nicht kommentieren. An Bord soll auf Kreuzfahrten unterrichtet werden. Die erste Fahrt führt durchs Mittelmeer, über den Atlantik und den Panama-Kanal nach San Diego am Pazifik.

Bis es soweit ist, werden auf dem 175 Meter langen Passagierschiff aber noch einige Anpassungen vorgenommen. Besonders im Bereich der IT-Technik und der Kabinen müsse modernisiert werden, hieß es. Außerdem sollen Beschriftungen, Sicherheitseinrichtungen und die Restaurants umgestaltet werden und dem US-Standard angepasst werden.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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