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Kleine Seefahrt wird teurer

Reedereien erhöhen Tarife Kleine Seefahrt wird teurer

Wer in diesem Frühjahr mit einem Fördeschiff, Elbdampfer oder einer Hafenfähre fahren will, der muss deutlich mehr bezahlen als voriges Jahr. Zwischen 20 und 40 Prozent sind die Ticketpreise für die kurzen Törns angehoben worden.

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Für Fahrten mit dem Raddampfer „Freya“ (rechts) wurde bei den Tickets die Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent angehoben – so wie bei allen Fluss- und Binnenpassagierschiffe in Schleswig-Holstein.

Quelle: Behling

Kiel. „Wir sind zwar auch in der Tourismusbranche, haben aber nicht so eine Lobby wie die Hotelllerie“, sagt Jürgen Ehrich vom Reisedienst Gerda Müller aus Kappeln. Drei Passagierschiffe setzt die Reederei auf der Schlei ein. So wie das Unternehmen wurden alle anderen kleinen Passagierschiffsflotten im Land von der Anhebung der Mehrwertsteuer von sieben auf 19 Prozent getroffen. „Wir haben wesentlich weniger Buchungen als im Vorjahr.“

 Besonders drastisch gingen die Preise in Hamburg in die Höhe. Dort stiegen sie um bis zu 40 Prozent. Kostete die einstündige Hafenrundfahrt noch Anfang vorigen Jahres zwölf bis 14 Euro, so müssen Erwachsene inzwischen 18 Euro bezahlen. Kinder zahlen die Hälfte. „Neben der Anhebung des Mehrwertsteuersatzes spüren wir ganz besonders die höheren Treibstoffkosten“, sagt David Naumann von der Hamburger Reederei Abicht. Anders als in Schleswig-Holstein scheinen die gestiegenen Ticketpreise der Hamburger Reedereien die Touristen nicht zu vergraulen. Die Ausflugsschiffe im Hafen sind an den Wochenenden weiter gut gefüllt.

 Im Verhältnis zur Hansestadt wurden in Kiel die Ticketpreise nur leicht angehoben. Der Preis für den fast zweistündigen Fördetörn mit dem Passagierschiff „Schilksee“ stieg für Erwachsene von 11,50 auf 13 Euro. „Dafür sind wir zwar heftig kritisiert worden, es blieb uns aber keine andere Wahl. Die erhöhte Mehrwertsteuer und die gleichzeitig steigenden Bunkerkosten mussten wir zumindest zu einem Teil auf die Fahrpreise umlegen“, sagt Ansgar Stalder, Betriebsleiter der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel. Das Verständnis ist in der Kundschaft nicht groß. 

Die Reederei Adler-Schiffe hat ebenfalls die Ticketpreise leicht anheben lassen, geht aber dennoch davon aus, dass es 2012 eine gute Sommersaison wird. Besonders die Kanalfahrten mit dem Raddampfer „Freya“ von Kiel und dem Salonschiff „Adler Princess“ von Rendsburg sind sehr beliebt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH