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Konferenz lädt zum Erfahrungsaustausch

Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein Konferenz lädt zum Erfahrungsaustausch

Neonazis kommen längst nicht mehr nur in Springerstiefeln daher. In den vergangenen Jahren haben sie nach Einschätzung von Experten ihre Strategie verändert. Eine Regionalkonferenz in Lübeck will mit einen Erfahrungsaustausch dagegen halten.

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Mit Alltagsrassismus, Demokratiefeindlichkeit und neuen Erscheinungsformen neonazistischer Ideologien beschäftigt sich die 6. Regionalkonferenz Rechtsextremismus, die am 9. Mai in Lübeck stattfindet.

Quelle: Bernd Thissen/dpa

Lübeck. Mit Alltagsrassismus, Demokratiefeindlichkeit und neuen Erscheinungsformen neonazistischer Ideologien beschäftigt sich die 6. Regionalkonferenz Rechtsextremismus, die am 9. Mai in Lübeck stattfindet. In Vorträgen und Arbeitsgruppen können sich Lehrer, Erzieher, Sozialarbeiter, aber auch interessierte Laien über Rechtsextremismus aus verschiedenen Blickwinkeln informieren. Ziel sei es, den Austausch zwischen staatlichen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zu etablieren, sagte Lübecks Innensenator Bernd Möller (Grüne) am Dienstag bei der Vorstellung des Programms.

„In den vergangenen Jahren haben die Neonazis ihre Strategie verändert. Statt Aufmärsche zu veranstalten, infiltrieren sie heute vermehrt Pegida und andere Bewegungen“, sagte Möller. Die Hansestadt Lübeck ist Mitveranstalterin der Regionalkonferenz, die zum ersten Mal in Lübeck stattfindet. Weitere Veranstalter sind das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus Schleswig-Holstein, das RAA Regionalzentrum für Demokratische Kultur Westmecklenburg und das Ratzeburger Bündnis gegen Rechts.

Der Bewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) ist denn auch ein eigener Workshop gewidmet, der von dem Rostocker Parteienforscher Christian Nestler geleitet wird. Weitere Arbeitsgruppen befassen sich mit Alltagsrassismus sowie der Neuen Rechten, die sich bewusst von Rassismus und historischem Nationalsozialismus abgrenzt. Im Eröffnungsvortrag geht es um die Herausforderung der Demokratie durch inhumane und freiheitsfeindliche Ideologien.

„Demokratie kommt nicht von allein, man muss sich dafür engagieren„, sagte Ratzeburgs Bürgermeister Rainer Voß (parteilos). Er gehört zu den Mitbegründern des Ratzeburger Bündnis gegen Rechts, das 2012 den Anstoß zu den Regionalkonferenzen gegeben hatte. Zuvor waren an mehreren Gebäuden in der Stadt Morddrohungen gegen Voß aufgetaucht. Die Täter wurden damals im rechten Lager vermutet.

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