2 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Sylt mit Sand gegen Herbststürme gewappnet

Küstenschutz Sylt mit Sand gegen Herbststürme gewappnet

Mit dem Herbst werden auf Sylt auch die ersten Sturmfluten der Saison erwartet. Pünktlich hat das Land vorgesorgt – und an der Westküste 1,4 Millionen Kubikmeter Sand aufgespült.

Voriger Artikel
Prozess um Kindesmissbrauch: Angeklagter schweigt
Nächster Artikel
Lübecker Martensmann geht wieder auf die Reise

Die Küstenbefestigungen bestehen vor Sylt auch zahlreichen unterschiedlichen Maßnahmen: Sandvorspülungen, Tetrapoden (wie hier) und Deichbauten.

Quelle: Niklas Wieczorek (Archiv)

Kampen/Sylt. Der Herbst kann kommen: Die Küstenschützer des Landes Schleswig-Holstein haben die Sandaufspülungen an Sylts Westküste für 2016 für beendet erklärt. Die Spülungen hätten sich wegen der starken Wellen weiterhin als effektivster Schutz erwiesen, teilte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) mit. Die Arbeiten seien „bereits Ende August sehr zeitig vor Beginn der Sturmflutzeit fertiggestellt“ und nun abgenommen worden, sagte Abteilungsleiter Dietmar Wienholdt.

Insgesamt besserten die Küstenschützer des Landes Schleswig-Holstein 2016 Sand auf rund 10,5 Kilometern Länge nach. 7,5 Millionen Euro kostete die Sisyphusarbeit. Den Großteil des Sandes, den Schiffe etwa sieben Kilometer vor Sylt vom Meeresboden saugen, holen sich Sturmfluten und Stürme wieder zurück. Vielleicht auch aus diesem Grund betonte Wienhold, alternativen Konzepten „weiterhin offen gegenüber“ zu stehen.

Wieder mehr Sand als geplant

„Aufgrund der besonderen Beanspruchung der Sylter Küste während der vergangenen Wintersaison“, so Wienholdt, habe ein dänisches Spülschiff mit rund 1,4 Millionen Kubikmetern wieder etwas mehr Sand anspülen müssen als die üblichen rund eine Millionen Kubikmeter. Etwa an Sylts Südspitze, der Hörnumer Odde, hatte es größere Abbrüche gegeben. Und bereits 2015 waren 1,7 Millionen Kubikmeter für rund neun Millionen Euro angespült worden.

Zu den Schwerpunkten bei den Arbeiten 2016, die Ende April begannen, zählten die bröckeligen Strände vor List, Klappholtal, Kampen, Rantum, Hörnum und Westerland. Vor Westerland wurden erstmals gleichzeitig sowohl der Strand als auch der unter Wasser befindliche Vorstrand verstärkt. 350.000 Kubikmeter wurden auf das Riff gepumpt.

Jedes Jahr neue Einigung

Diese günstigeren Riffaufspülungen gewährleisten laut LKN eine natürlichere Umverteilung des Sandes, können die Strandaufspülungen aber nicht komplett ersetzen, da sie für den Aufbau der Vordünen als letzter Barriere erforderlich sind. Mehr als drei Millionen Kubikmeter Sand konnten seit 1990 in bis zu 30 Meter breiten Dünen als Puffer gebunden werden. Gräser und Zäune halten ihn fest.

Wo genau der Sand verteilt wird, darauf einigen sich jedes Frühjahr Vertreter von LKN, Umweltministerium, Landschaftszweckverband sowie der Sylter Gemeinden, nachdem sie in Geländewagen einmal von Hörnum im Süden der Insel bis nach List im Norden gefahren sind. Wer die Vorspülungen 2017 übernehmen soll, ist allerdings noch offen. Nach vier Jahren muss das LKN die Arbeiten für den Zeitraum 2017 bis 2020 neu ausschreiben.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

Mehr aus Nachrichten: Norddeutschland 2/3