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Landesförderzentrum erhält Preis

Schleswig Landesförderzentrum erhält Preis

Behinderte und nicht behinderte Schüler in einer Klasse — wie kann das funktionieren, damit alle Kinder profitieren? Vier Schulen erhalten jetzt einen Preis, weil sie auf hohem Niveau inklusiv unterrichten — trotz schlechter Rahmenbedingungen.

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Das LFS unterstützt mit 70 Lehrern und 10 weiteren Mitarbeitern knapp 1000 blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in ganz Schleswig-Holstein.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa (Symbolfoto)

Gütersloh/Schleswig. Das Landesförderzentrum Sehen in Schleswig (LFS) erhält als Schulverbund den „Jakob-Muth-Preis für inklusive Schule“. Das LFS unterstützt mit 70 Lehrern und 10 weiteren Mitarbeitern knapp 1000 blinde und sehbehinderte Kinder und Jugendliche in ganz Schleswig-Holstein. „Durch die gezielte pädagogische Förderung vor Ort im gewohnten Sozialraum der Schülerinnen und Schüler macht das LFS inklusives Lernen erst möglich“, teilte die Bertelsmann-Stiftung am Mittwoch mit. Zu dem ausgezeichneten Schulverbund gehören 283 Schulen und 112 weitere Bildungseinrichtungen.

Desweiteren werden die Waldorfschule Emmendingen (Baden-Württemberg), die Kinderschule in Bremen und die Ernst-Moritz-Arndt-Grundschule in Espelkamp (Nordrhein-Westfalen) ausgezeichnet. „Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, von Anfang an zusammen zu lernen. Nur so werden alle Kinder, Lehrer und Eltern von Anfang an das Besondere jedes Kindes als Normalität akzeptieren“, sagte die Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Verena Bentele. „Die ausgezeichneten Schulen sind tolle Vorbilder von denen andere Lernen können.“ Denn derzeit gleiche Deutschland einem Inklusions-Flickenteppich.

Mit der Auszeichnung wollen die Projektträger — neben der Bundesbeauftragten sind dies die Bertelsmann-Stiftung und die deutsche UNESCO-Kommission — positive Beispiele für gemeinsamen Unterricht bekanntmachen und zur Nachahmung anregen. Die Schulen erhalten ein Preisgeld in Höhe von 3000 Euro, der Schulverbund bekommt 5000 Euro. Der Jakob Muth-Preis wurde 2009 ins Leben gerufen und wird in diesem Jahr zum sechsten Mal verliehen. Die Preisverleihung findet am 27. Mai 2015 im Bremer Rathaus statt.

Deutschland hatte sich vor sechs Jahren verpflichtet, die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen und damit auch den sogenannten inklusiven Unterricht umzusetzen. Von der Realität sei das weit entfernt, kritisierte der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) erst am Montag. Die Lehrer in Deutschland fühlten sich kaum gerüstet, um Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam zu unterrichten, wie aus einer bundesweiten repräsentativen Studie für den VBE hervorgeht. Demnach beklagen viele eine schlechte Vorbereitung, mangelhafte personelle und räumliche Ausstattung sowie zu große Klassen. Laut VBE handelt es sich um die bundesweit erste repräsentative Lehrerbefragung zur Inklusion.

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