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Jägerschaft schießt gegen Habeck

Neumünster Jägerschaft schießt gegen Habeck

Der Graben zwischen der schleswig-holsteinischen Jägerschaft und Kiels Umweltminister Robert Habeck (Grüne) wird immer tiefer. Das bewies die Versammlung des Landesjagdverbands in Neumünster, zu der 400 Mitglieder kamen.

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Ministerpräsident a. D. und Jäger Peter Harry Carstensen griff bei der Mitgliederversammlung des Landesjagdverbands in den Holstenhallen Umweltminister Robert Habeck (Grüne) scharf an.

Quelle: Karsten Leng

Neumünster. Doch kaum hatte Habeck das Podium erklommen, ging es hart zur Sache. Der Minister verteidigte die seit 1. April geltende Pflicht, ausschließlich bleifreie Büchsenmunition bei der Jagd zu verwenden, mit den über zweijährigen Erfahrungen in den Landesforsten. „Es gibt keine Erkenntnisse, dass diese Munition keine ausreichende Tötungswirkung hat“, sagte Habeck.

Der Zwischenruf „Das stimmt nicht!“ vom Präsidenten des Deutschen Jagdverbands, Hartwig Fischer, ließ Habeck zum Angriff übergehen. „Wollen Sie damit sagen, dass die Jäger der Landesforsten Lügner oder ihrem Dienstherrn gegenüber zu feige sind, die Wahrheit sagen?“, erboste sich Habeck. „Alle, die nicht Ihrer Meinung sind, sind also Lügner. Damit verlassen Sie den Grundsatz der Fairness.“

 Wie tief der Graben zwischen Minister und Jägerschaft ist, bewies der verbale Angriff von Ministerpräsident a. D. und Jäger Peter Harry Carstensen. „Euch geht es doch nur um bleifrei. Das geltende Gesetz ist die Erlaubnis zur Tierquälerei“, klagte er an.

 Auch in der Frage, wie mit den Wölfen im Lande umgegangen werden soll, zeigte sich der große Argwohn gegenüber der Regierung. „Ich verlange eine Erklärung, dass es keine geheimen Aktivitäten gibt, den Wolf in Schleswig-Holstein bewusst anzusiedeln“, sagte Carstensen. Habeck wies die Forderung der Jäger rigoros zurück, den Wolf in das Landesjagdrecht aufzunehmen, und wies auf den geltenden strengen Artenschutz.kol

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