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Landwirt wird sicherungsverwahrt

Schülerinnen vergewaltigt Landwirt wird sicherungsverwahrt

Er ist 24 Jahre alt, verging sich in zwei Jahren an mehreren jungen Frauen und zeigt keine Reue. Jetzt muss der Landwirt nicht nur achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Wegen seiner Gefährlichkeit hat das Kieler Gericht Sicherungsverwahrung angeordnet.

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Das Gericht ordnete Sicherungsverwahrung an.

Quelle: dpa

Kiel. Wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung von vier Schülerinnen muss ein 24-jähriger Landwirt aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde achteinhalb Jahre ins Gefängnis. Trotz des jungen Alters des Angeklagten verfügte das Kieler Landgericht in seinem Urteil am Freitag zugleich Sicherungsverwahrung. Der 24-Jährige ist bereits einschlägig vorbestraft, saß schon in Haft und fiel noch in der Bewährungszeit wieder über junge Frauen her.

Der Vorsitzende Richter Stefan Becker betonte, dass sich die 2. Große Strafkammer die Anordnung der Sicherungsverwahrung nicht leicht gemacht habe. „Die Kammer sieht die Schwere der Entscheidung“, sagte er. Der Angeklagte sei aber aufgrund seines Hanges zu schweren Straftaten für die Allgemeinheit gefährlich. Er sei schon lange zu sexuellen Übergriffen bereit und scheue sich nicht, Wehrlosigkeit auszunutzen. „Er ist impulsiv, aggressiv, ohne Empathie und zeigt keine Verantwortung und Reue“, sagte Becker.

Dabei ist der Angeklagte trotz einer Persönlichkeitsstörung nach Ansicht der Kammer voll schuldfähig. Er habe das Unrecht der Taten einsehen können. Ein Gutachter hatte angesichts der hohen Rückfallgefahr eine ungünstige Prognose gestellt. Es gebe nicht mehr als die vage Hoffnung, dass der Strafvollzug eine Haltungsänderung bewirken könne, sagte Becker.

Die Opfer aus dem Kreis-Rendsburg-Eckernförde und Hamburg kannte der Angeklagte flüchtig. Die jüngste der Schülerinnen war erst 14, die anderen 15, 16 und 18 Jahre alt. Der Angeklagte verging sich an ihnen während Dorffesten, einem Maifeuer und der Abschlussfeier eines Reiterderbys. Eine der jungen Frauen wurde im Auto vergewaltigt. Das Gericht stufte alle Zeuginnen als glaubwürdig ein. Es gebe kein Komplott der jungen Frauen, keine habe von sich aus die Polizei informiert, keine ihn unnötig belastet oder sich geschont. Der Angeklagte sei dagegen plausible Erklärungen schuldig geblieben.

Zur ersten der angeklagten Vergewaltigungen kam es im August 2009. Da missbrauchte der Angeklagte eine 15-Jährige in seinem Auto. Dass das junge Mädchen schrie und sich verzweifelt wehrte, half ihr nicht. Rund acht Monate später, Ende April 2010, soll der 24-Jährige dann eine 14-Jährige bei einem Maifeuer sexuell genötigt haben. Diesem Mädchen blieb durch ihre Geistesgegenwart das Schlimmste erspart: Ihr Handy klingelte. Sie ließ es fallen und bat ihn, es aufzuheben. Als er deshalb seinen Griff lockerte, gelang ihr die Flucht.

Zur dritten Tat kam es im Juni 2011. Da verging sich der 24-Jährige am Rande einer Abschlussfeier eines Reiterderbys in Hamburg-Nienstedten an einer 18-Jährigen. Sie war betrunken eingeschlafen. Er soll die Wehrlose auf eine nahe gelegene Pferdekoppel geschleppt haben. Sie wachte zwar auf, konnte sich aber nicht erwehren. Erst als sich zwei Sicherheitskräfte näherten, die nach ihr suchten, ließ es von ihr ab und flüchtete.

Das letzte Opfer, eine 16-Jährige, hatte ihn auf einem Dorffest Ende Oktober 2011 kennengelernt. Sie war zunächst mit Zärtlichkeiten einverstanden, wehrte sich aber und schrie, als er weitermachte und sie schließlich vergewaltigte. Auch hier wurde er von Zeugen gestört und flüchtete. Der Angeklagte wurde zwei Tage später festgenommen.Er saß seither in Untersuchungshaft.

Dem Urteil folgte der 24-jährige mit dem kurz geschorenen Haar und in dunklem Kapuzenpulli mit gesenktem Kopf. Sein Gesicht hatte er von den Zuschauern abgewandt und hinter einer Hand verborgen. Er bestreitet die Tatvorwürfe oder beruft sich auf Erinnerungslücken.

In das Gesamtstrafmaß wurden auch frühere Reststrafen einbezogen. Die Staatsanwältin hatte insgesamt zehn Jahre Haft und vor allem die Sicherungsverwahrung gefordert. Sie war mit dem Urteil zufrieden. Der Verteidiger des 24-Jährigen kündigte bereits Revision an. Dazu habe der Angeklagte ihn unmittelbar nach dem Urteil aufgefordert.

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