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Ziegen und Schafe erobern eine Nische

Käse aus Schleswig-Holstein Ziegen und Schafe erobern eine Nische

Zuerst war er nur ein Nischenprodukt, heute hat er einen festen Platz bei den Spezialitäten made in Schleswig-Holstein: Käse aus Schaf- oder Ziegenmilch wird von Einheimischen und Touristen immer stärker nachgefragt – und hat sich sogar für den einen oder anderen Hof als Rettung erwiesen.

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Ohne Lämmer keine Milch und damit kein Käse: Diese Ziegenlämmer sind vor ein paar Wochen auf dem Biolandhof Hottbarg von Stefan Sporleder in Kührsdorf bei Preetz zur Welt gekommen.

Quelle: Frank Peter

Kührsdorf. Am Donnerstag läutete Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer, auf Hof Hottbarg in Kührsdorf bei Preetz die neue Käsesaison ein. Roswitha und Eduard Rehder aus Boksee bei Kiel waren die Pioniere, als sie 1983 die Milch ihrer Ziegen zu Frischkäse verarbeiteten. Später kam Ziegen-Camembert hinzu und heute hat ihr Sohn Janne Olaf Rehder mit seiner Frau die Hofkäserei übernommen und versucht, auch ausgefallene Wünsche von Restaurants zu erfüllen. Von den 27 Käsereien und Meiereien, die sich in der Käsestraße zusammengeschlossen haben, haben sich sieben auf Ziegenkäse und vier auf Schafkäse spezialisiert.

 „Ich fand es verrückt, dass zu unserem Landschaftsbild Schafe gehören, man aber keinen heimischen Schafkäse bekam“, erinnert sich Malte Solterbeck aus Sorgwohld bei Owschlag. Damals rechnete sich der kleine elterliche Hof mit der Zucht von Freilandschweinen nicht mehr. Die Idee, Schafkäse zu produzieren, gab dem Hof eine neue Zukunft.

 Dass Schafkäse hierzulande immer noch wenig produziert wird, erklärt Solterbeck vor allem mit der geringen Milchleistung: eine Kuh gibt 6000 bis 10000 Liter im Jahr, eine Ziege nur 700 bis 1000 Liter und ein Schaf gerade einmal 300 Liter. „Meine Produktionskosten sind mit 1,50 Euro pro Liter relativ hoch, deshalb muss man für Schafkäse auch mehr zahlen“, sagt Solterbeck. Dass der studierte Landwirt dennoch für seine Produkte keine Werbung mehr braucht, verdankt er auch den Kochshows im Fernsehen. „Tim Mälzer benutzt immer Schafmilchjogurt. Unser Joghurt ist durch den hohen Fett- und Eiweißgehalt nämlich viel cremiger und milder als der aus Kuhmilch.“

 Inzwischen rufen sogar Sterneköche an, weil sie etwas Besonderes aus der Region suchen. Finden können sie nicht nur eine breite Palette von Käse, Joghurt, Quark und Joghurt aus Ziegen- oder Schafmilch, sondern sogar Eis und Butter.

  www.kaesestrasse-sh.de

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH