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Merkel eröffnet Hansemuseum

Lübeck Merkel eröffnet Hansemuseum

Die mittelalterliche Hanse war nach Ansicht von Historikern die Vorläufer der Europäischen Union. Das in Anwesenheit der Kanzlerin eröffnete Hansemuseum in Lübeck zeigt anschaulich historische Schlüsselszenen von der Gründung bis zu dunklen Kapiteln wie Pest und Krieg.

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Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland ist am Mittwoch das Europäische Hansemuseum eröffnet worden.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Lübeck. Zwei beladene Koggen liegen im Schilf am Ufer der Newa. An Bord niederdeutsche Kaufleute aus Soest, Münster, Groningen und Lübeck, die ein loses Bündnis schließen. „So könnte die Szene im Jahr 1193 ausgesehen haben, die wir hier im Europäischen Hansemuseum nachgestellt haben“, sagt Museumsplaner Andreas Heller. Mit Inszenierungen wie dieser sollen Besucher die Geschichte des Städte- und Kaufleute-Bundes von den Anfängen bis zum Niedergang im 17. Jahrhundert erleben. Am Mittwoch wurde das Haus in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eröffnet. Ab Samstag können dann alle Interessierte die Ausstellung besuchen.

Merkel verwies in ihrer Eröffnungsrede auf die Vorreiterrolle der Hanse für die Europäische Union. „Wir können in der EU an zentrale Erfahrungen der Hanse anknüpfen, zum Beispiel an die, dass wir gemeinsam stärker sind und mehr für alle erreichen als allein.“

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nannte das Museum einen „neuen Fixstern am Kulturhimmel Schleswig-Holsteins“. „Ich freue mich sehr, dieses wunderschöne Museum endlich offen zu sehen. Hier wird die reiche Geschichte der Hanse erstmals in ihren vielen Facetten für ein breites Publikum dargestellt“.

Die Ausstellung erzählt vom Wagemut der Fernhandelskaufleute, von Reichtum, Prunk und Macht. Doch auch die Rückschläge wie Pest und kriegerische Auseinandersetzungen erleben die Besucher. „Wir haben Schlüsselszenen der Hansegeschichte in Nowgorod, Brügge, Bergen, London und natürlich auch in Lübeck szenisch dargestellt. Diese Rekonstruktionen basieren auf dem aktuellen Forschungsstand und sind so historisch wie möglich nachgebildet“, sagt Museumsplaner Heller. So sind die Stoffe, die in der nachgebauten Tuchhalle von Brügge gehandelt werden, nach historischen Vorbildern eigens für Museum gewebt worden.

Rund 50 Millionen Euro hat das Museum gekostet, doppelt so viel, wie ursprünglich geplant. „Das lag vor allem am sehr schwierigen Baugrund, aber auch an konzeptionellen Änderungen“, sagt Renate Menken, die Vorsitzende der Possehl-Stiftung, die mit 40 Millionen Euro den größten Teil der Kosten übernommen hat. „Ich bin zufrieden, glücklich und überaus dankbar. Es passiert nicht alle Tage, dass eine Stadt ein solches Geschenk bekommt“, sagt denn auch Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Ohne die Stiftung hätte sich Lübeck das Museum niemals leisten können, gibt er zu.

Die Zeitreise für die Besucher beginnt bereits weit vor der Gründung der Hanse — nämlich um das Jahr 900. Aus dieser Zeit stammt der älteste Fund, den Archäologen bei den Bauarbeiten zum Museum im Burghügel gemacht haben. Die archäologischen Funde wurden in das Museum einbezogen. Ein Lift bringt die Besucher hinunter zum Startpunkt der Ausstellung, vorbei an mehreren Jahrhunderten Stadtgeschichte. Den Bogen zur Neuzeit spannt auf der anderen Seite das Burgkloster. Der ehemalige Dominikaner-Konvent wurde aufwendig restauriert.

Für Saxe steht es außer Zweifel, dass Lübeck als ehemaliges Haupt der Hanse der einzig richtige Ort für ein Museum zur Hansegeschichte ist. „Die Tatsache, dass die Bundeskanzlerin zur Eröffnung kommt, zeigt aber auch die europäische Dimension dieses Bundes“, sagt der Bürgermeister, der auch Vormann des 1980 gegründeten Hansebundes der Neuzeit ist. „Schließlich war die Hanse im Mittelalter das, was heute die Europäische Union ist“, sagt er.

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