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"Mina" sorgt für Sauwetter

Camper verlassen Schleswig-Holstein "Mina" sorgt für Sauwetter

Der deutsche Sommer macht Pause. Am Wochenende lässt das Wetter eher an Herbst denken: Viel Regen und bescheidene Temperaturen sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus. Schleswig-Holsteins Gäste nehmen den Sommer 2012 bislang nicht als richtigen Sommer wahr.

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An den Strand trauen sich die Urlauber in diesem Sommer nur mit Regenschirm.

Quelle: dpa

Kiel. Vor allem viele Camper entscheiden sich kurzfristig, woanders hinzufahren. Schuld ist Tief „Mina“, das sich über Skandinavien festgesetzt hat. „Hochdruckgebiete muss man auf der Wetterkarte schon suchen“, sagte Meteorologe Stefan Bach am Donnerstag. Sie liegen weit weg im Seegebiet westlich der Azoren und über Island.

Für Freitag, Samstag und Sonntag die gleichen trüben Aussichten, nur ganz im Norden bleibt es am Freitag noch trocken. Die Temperaturen liegen am Freitag zwischen 15 Grad in der Eifel und 20 Grad im Südwesten. Zwar wird es am Samstag und Sonntag ein wenig wärmer, aber mehr als 22 Grad in der Lausitz sind auch dann nicht drin.

Frühestens Mitte nächster Woche könnte es besser werden. „So, wie es bis jetzt aussieht, bleibt es dann im Südwesten überwiegend trocken“, sagte Bach. Und mit Temperaturen um 25 Grad könnten dort die Tage auch wieder sommerlicher werden.

Selbst der hundertjährige Kalender lässt keinen Optimismus aufkommen: Bis zum 20. Juli wird nur der 13. Juli als einziger schöner Tag das Regenwetter unterbrechen, prophezeit er. Bislang trotzen Schleswig-Holsteins Urlauber dem norddeutschen Schietwetter. Doch „die Stimmung der Gäste beginnt allmählich zu sinken“, sagt Silvia Peters vom Strandhotel in St. Peter-Ording: „Einige reisen bereits ein, zwei Tage früher ab, und manche Besitzer von Ferienwohnungen kommen gar nicht erst her.“

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Sylvia Jenns (30), André Moosmann (32) und JJule (5) genießen das Idyll am leer gefegten Falckensteiner Strand.

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„Die Saison lief sowieso sehr schleppend an: Erst die Fußball-EM, und jetzt das Wetter“, sagt Silvia Peters. Zurzeit sind in neun Bundesländern Sommerferien. Dort haben viele Familien bereits früh ihren Urlaub gebucht, so dass die Betten in den Touristenzentren gut gefüllt sind. Doch an der gesamten Nord- und Ostseeküste fehlen die Tagesgäste.

So sind auf den Terrassen der Restaurants und Eiscafés viele Tische unbesetzt. Besonders die Eisverkäufer und Strandkorbvermieter leiden unter dem wetterbedingten Kundenmangel. So stehen in Grömitz im Kreis Ostholstein am Nachmittag immer noch fast alle Strandkörbe so akkurat ausgerichtet wie am Morgen: „Die Gäste haben keine Lust auf „Singin.’in the Rain“ im Friesennerz“, sagt Günter Jacobsen.

Auch die Rettungsschwimmer der DLRG haben an den Stränden kaum etwas zu tun. Meist beobachten sie nur Möwen, wenn diese sich laut kreischend um irgendwelche Futterbrocken zanken.

Auf den Campingplätzen herrscht Enttäuschung über den Sommer 2012. „Es fehlen einfach die Gäste“, sagt Hans-Erich Schuldt vom Camping-Park Süssau im Kreis Ostholstein. Es gebe weniger Anreisen, und die Urlauber würden schneller wieder abreisen. Durch Fernsehen, Radio und Internet seien die Camper über das Wetter in ganz Europa gut informiert. „Bei diesem Wetter entscheiden sich viele, lieber woanders hinzufahren.“

Wer dennoch kommt oder bleibt, hat meist konkrete Ziele. Top-Events wie die Kitesurf-WM in St. Peter-Ording (noch bis zum 15.07.), die „Travemünder Woche“ (20.07. — 29.07) oder das „Schleswig-Holstein Musik Festival“ (SHMF) im Juli und August locken auch dann Gäste in den Norden, wenn kein Strandwetter herrscht.

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