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Mutter will ihren Jungen zurück

Babyklappe Reinbek Mutter will ihren Jungen zurück

Am Ende hat sie sich doch für ihr Kind entschieden: Zwei Wochen nach dem Fund eines Neugeborenen in der Babyklappe des St.-Adolf-Stiftes in Reinbek hat sich eine junge Frau als Mutter gemeldet. Der kleine Junge sei ihr Kind und sie beabsichtige, es wieder zu übernehmen, erklärte sie dem Kreisjugendamt Stormarn.

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Die Mutter des Kindes aus der Babyklappe hat sich gemeldet.

Quelle: dpa

Reinbek/Bad Oldesloe. Es bestehe eine 90- bis 95-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei der Frau wirklich um die Mutter des Jungen handelt, sagte der zuständige Mitarbeiter Gerald Wunderlich am Mittwoch in Bad Oldesloe.

„Die Frau hatte Informationen, die andere Menschen nicht haben konnten.“ So habe sie beispielsweise gewusst, welche Kleidung der Junge trug. Eine gynäkologische Untersuchung der Frau soll letzte Sicherheit geben. „Die Mutter stellt sich der Verantwortung und ist bereit, diese mit Hilfe des Jugendamtes anzugehen“, sagte Wunderlich. Nähere Angaben zur Frau und zu ihren Beweggründen machte er nicht.

Das Neugeborene war in der Nacht zum 22. Juni in der Babyklappe abgegeben worden. Zu dem Zeitpunkt war der Junge gerade erst ein bis wenige Tage alt gewesen. Da das Kind etwas zu früh zur Welt gekommen und ein wenig untergewichtig war, wurde es zur Behandlung ins katholische Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Hamburg gebracht. Das ansonsten gesunde Baby kam in die Obhut des Kreisjugendamtes. Es war das erste Kind in der Reinbeker Babyklappe. Die Einrichtung war nach jahrelangen Diskussionen im Juni 2008 eingeweiht worden.

Die erste Babyklappe Deutschlands entstand im Jahr 2000 in Hamburg. Dort und anderswo können Eltern ihre Neugeborenen anonym in öffentlich zugängliche Wärmebetten legen, die sich meist in Krankenhäusern oder Kinderheimen befinden. Ein Alarm informiert die Klinik oder eine Hebamme. Eine gesetzliche Grundlage für Babyklappen gibt es nicht. Nach dem Personenstandsgesetz ist jeder verpflichtet, eine Geburt dem Standesamt mitzuteilen.

Das Kinderhilfswerks Terre des Hommes hatte Anfang des Jahres kritisiert, dass Babyklappen wirkungslos seien, da sich die Zahl der Neugeborenen, die ausgesetzt oder getötet werden, durch die Einrichtungen nicht verringert habe. Auch der Kinderschutzbund hält Babyklappen für problematisch, da diese das Recht des Kindes verletzen, seine Herkunft zu erfahren. Als Alternative sieht der Verein die vertrauliche Geburt, die der Deutsche Ethikrat bereits 2009 vorgeschlagen hatte. Dabei werden die Daten der Mutter nicht dem Standesamt gemeldet, sondern sind nur der Beratungsstelle bekannt. Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) befürwortet diese Regelung, wie am Mittwoch bekannt wurde.

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Junge wenige Tage alt
Erster Junge in Reinbeker Babyklappe gefunden.

Ein kleiner Junge wird mitten in der Nacht in einer Babyklappe abgegeben - für die Mitarbeiter des Reinbeker St. Adolf-Stifts eine neue Erfahrung. Wie das Krankenhaus am Montag mitteilte, wurde das Baby bereits in der Nacht zum 22. Juni in der Klappe gefunden. Zu dem Zeitpunkt war der Junge gerade erst ein bis wenige Tage alt.

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