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Unglücksursache noch nicht geklärt

Nach Explosion in Itzehoe Unglücksursache noch nicht geklärt

Die Unglücksursache für die Explosion eines Mehrfamilienhauses in Itzehoe ist nach wie vor nicht hundertprozentig geklärt. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Am Donnerstagabend hatten in einer bewegenden Trauerfeier Hunderte Menschen der vier Bewohner gedacht, die bei der Explosion ums Leben gekommen waren.

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 Bis auf den letzten Platz gefüllt ist die Stadtkirche St. Laurentii in Itzehoe bei einem Gedenkgottesdienst für die Opfer einer schweren Explosion.

Quelle: dpa

Itzehoe. Der Polizei und Staatsanwaltschaft liegt noch kein Ergebnis der Untersuchungen des Landeskriminalamtes vor. Die Ermittlungen dauern noch an. Bevor dieses Sachverständigengutachten nicht feststeht, könne die Ursache auch nicht eindeutig benannt werden, hieß es von der Polizei weiter. Noch immer ist ein möglicher Defekt an der Gasversorgung im Haus die wahrscheinlichste Ursache, wie dieser Defekt genau ausgelöst wurde, kann zur Zeit aber noch nicht gesagt werden.

Nach dem Explosionsunglück in Itzehoe hatten die Experten des Landeskriminalamtes die Spurensuche auf dem Trümmerfeld am Donnerstag abgeschlossen. „Die Ermittler haben alle relevanten Teile geborgen und mit nach Kiel genommen, wo sie jetzt untersucht werden“, sagte Polizeisprecher Hans-Werner Heise. Das Haus war noch mit einer alten Technik an die Gasleitung angeschlossen. Vieles deutet darauf hin, dass es genau dahinter ein Gasleck gegeben haben könnte. Ein Bagger hatte am Montag in der Straße gearbeitet, Anwohner wollen Gas gerochen haben. Eine Dichtigkeitsprüfung der Itzehoer Stadtwerke ergab, dass die Straßenleitung und die Anschlussleitung bis ins Haus in Ordnung ist. Die Energieversorger fügen erst seit etwa 30 Jahren in die Hausanschlussleitung eine Sollbruchstelle ein und befestigen das Rohr mit einem Maueranker an der Wand. „So etwas gab es an diesem Haus noch nicht“, sagte Manfred Tenfelde, Geschäftsführer der Stadtwerke. Ein externer Experte ermittelte, dass Vibrationen eines Baggers auf der Straße oder eine Berührung der Straßenleitung mit der Baggerschaufel dazu führen können, dass die Leitung im Haus am Hauptabsperrventil abreißt. In diesem Fall habe das Gas in den Keller strömen und sich dort sammeln können. Die Betätigung eines Lichtschalters hätte das Gas zünden können.

Dabei wollten die Stadtwerke die Leitungen in der Schützenstraße gerade auf den neuesten Stand der Technik bringen: „Vor jeden neuen Anschluss wird heutzutage ein Strömungswächter gesetzt, der sofort die Gaszufuhr abriegelt, wenn sich die Strömung beispielsweise durch einen Schaden ändert“, erklärte Tenfelde. Dann könnten nur Mitarbeiter der Stadtwerke den Riegel wieder öffnen.

Vier Menschen waren bei dem Unglück getötet worden. Es handelt sich um einen Bauarbeiter (58) und drei Hausbewohner; sie waren 36, 38 und 45 Jahre alt. 15 Menschen wurden verletzt.Den ökumenischen Gedenk-Gottesdienst, der mit dem Lacrimosa aus Mozarts Requiem begann, leitete der Propst des Kirchenkreises, Thomas Bergemann. Unter den Trauergästen war auch Itzehoes Bürgermeister Andreas Koeppen.

Sechs Häuser sind unbewohnbar. Zeitweilig waren 100 Menschen wohnungslos, mittlerweile konnte die Hälfte der Anwohner in ihre Häuser zurück. 50 Itzehoer sind bei Verwandten und Bekannten untergekommen. Bürger haben bislang 10500 Euro und viele Sachspenden zur Verfügung gestellt.

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