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Notunterkunft erreicht ihre Grenzen

Flüchtlinge in Neumünster Notunterkunft erreicht ihre Grenzen

Die Notunterkunft für Asylsuchende in einem Turnhallenkomplex der Gemeinschaftsschule in Neumünster-Brachenfeld ist mit rund 300 Asylsuchenden restlos belegt.

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Shirin (li.) und Darius Esmaili sind mit ihrem Sohn Pomar gerade aus dem Iran geflochen. Sie sind froh, Neumünster erreicht zu haben. Hier streicheln sie vor der Unterkunft den Hund eines Anwohners.

Quelle: Leng

Neumünster. Das Landesamt für Ausländerangelegenheiten versucht, mit Verlegungen in die Erstaufnahme in Neumünster und die Zweigstelle in der Boostedter Rantzau-Kaserne sowie mittels Verteilung in die Kreise als auch kreisfreien Städte bis zum Wochenende der Lage Herr zu werden, damit die geplante Schließung des Notquartiers in wenigen Tagen eingehalten werden kann.

„Der Stand der Belegungen unserer Erstaufnahme in Neumünster, der Zweigstelle in Boostedt als auch der Notunterkunft in den Brachenfelder Schulturnhallen ändert sich stündlich“, erklärt Katja Ralfs, Dezernentin des Landesamtes in Neumünster. Der Strom der Asylsuchenden sei unverändert extrem hoch. Täglich würden bis zu 140 Flüchtlinge um Aufnahme in Schleswig-Holstein bitten. „Wir bleiben trotz der angespannten Lage unserem Grundsatz treu, alle Neuankömmlinge unterzubringen“, so Ralfs.

Am Dienstag wurden als erste Entlastungsmaßnahme 100 Flüchtlinge aus der Notunterkunft mit Bussen in die kurzfristig um drei Mannschaftsgebäude erweiterte Zweigstelle in der Rantzau-Kaserne gebracht. „Wir werden dort maximal 500 Flüchtlinge unterbringen und damit die vor Monaten von Ministerpräsident Thorsten Albig der Gemeinde zugesagte Höchstgrenze von 500 Bewohner nicht überschreiten“, versichert Katja Ralfs. Sie hofft darauf, dass durch die Verteilung von rund 1000 Asylsuchenden in dieser und der kommenden Woche auf Kreise und kreisfreien Städte auch in Neumünster wieder etwas Luft für Neuaufnahmen zu bekommen. Oberstes Ziel bleibe es, die Turnhalle bis spätestens Anfang kommender Woche zu räumen. „Dabei bleibt es“, unterstreicht der Chef des Einsatzstabes, Branddirektor Sven Kasulke. Sein Stab habe bereits mehrere private Immobilien im Stadtgebiet in Augenschein genommen, die zur Verfügung stünden, sollten dennoch weitere Kapazitäten benötigt werden.

Die Lage in den beiden Erstaufnahmen soll sich noch diese Woche vermutlich leicht entspannen. Innenstaatssekretärin Manuela Söller-Winkler hat angekündigt, dass zum Wochenende 400 bis 500 Flüchtlinge in der erst im Juni von der Bundeswehr aufgegebenen Stapelholm-Kaserne in Seeth (Kreis Nordfriesland) einquartiert werden. Weitere Erstaufnahmen sind in Heide, Flensburg, Kiel und Lübeck geplant.

Im Wohngebiet rund um die Brachenfelder Schule ist mittlerweile eine große Welle der Hilfsbereitschaft angelaufen. Nachbarn versorgen Flüchtlingskinder mit Spielzeug. Eine Neumünsteraner Moschee hatte unter ihren Gläubigen einen Spendenaufruf gestartet. Von einem Lieferwagen wurden am Mittwoch die Flüchtlinge säckeweise mit Kleidung versorgt. „Wir sind für diese Unterstützung sehr dankbar und freuen uns, dass die Menschen uns hier so freundlich aufnehmen“, sagten daraufhin Darius und Shirin Esmaili. Das Paar ist vor wenigen Tagen mit seinem Sohn Pomar aus dem Iran geflüchtet und am Sonntag nach Neumünster gekommen.

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Foto: Die 1000 Quadratmeter große Dreifeld-Sporthalle der Neumünsteraner Gemeinschaftsschule Brachenfeld ist in sechs Segmente mit jeweils 24 Feldbetten für die Flüchtlinge eingeteilt worden.

Die Unterkunft ist spartanisch, doch das Ziel ist endlich erreicht. Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern beziehen in Neumünster eine Notunterkunft in einer Schulsporthalle. Die regulären Erstaufnahme-Einrichtungen platzen aus allen Nähten.

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