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Polizei distanziert sich von „Freibierparty“

Facebook-Account gefaked Polizei distanziert sich von „Freibierparty“

Zur Freibierparty auf dem Kieler Europaplatz haben Unbekannte im Namen der Deutschen Polizeigewerkschaft in Schleswig-Holstein (DPolG) auf Facebook geladen. Die DPolG distanziert sich von der Aktion und vermutet als Urheber extremistische Gruppen.

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Zur Freibierparty auf dem Kieler Europaplatz haben Unbekannte im Namen der Deutschen Polizeigewerkschaft in Schleswig-Holstein (DPolG) auf Facebook geladen.

Quelle: dpa

Kiel. Ein wenig überrascht war Torsten Gronau, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft in Schleswig-Holstein (DPolG) schon, als er einen Anruf von der Flensburger Brauerei erhielt: „Warum sagt ihr uns nicht Bescheid, wenn ihr mit uns eine Freibierparty plant?“ Was bitte?

Auf Facebook haben Unbekannte im Namen der DPolG zu einem Fest mit 1000 Litern Freibier auf dem Europaplatz geladen. Eine Schnapsidee, die zunächst lustig klingt, sich aber bei genauem Lesen als „absolut geschmacklos“ entpuppt, so der Vorsitzende. „Gemeinsam gegen Gewalt, gegen Polizeibeamte“, ruft die Einladung auf. Damit nicht genug: Extremistische Randgruppen wie „linke Autonome, sogenannte Fußballfans und Ausländer“ griffen in ihrem Hass auf die friedliche Mitte immer häufiger auf Gewalt zurück, so die rechte Propaganda. Auffällig oft fallen bei dem vermeintlichen Jux Beschimpfungen wie „faule Südeuropäer“ oder „kriminelle Ausländer“.

Nicht alle Nutzer überlesen das: „Vom Grundgedanken eine wundervolle Idee, nur leider kommt im Beschreibungstext tatsächlich Hetze gegen Andersdenkende und Ausländer stark zur Geltung!“, schreibt User Ole Will Raven. „Solche Veranstaltungen werden von uns nicht unterstützt“, schreiben andere oder noch klarer: Dahinter verberge sich „irgendein Nazi, der einen Zweit-Account gebastelt hat.“

Eine Vermutung, die auch der Schlussappell nährt: „Wir bitten alle Teilnehmer, eine schwarz-rot-goldene Fahne mitzubringen, als Zeichen, dass Deutschland gegen den Hass steht.“ Die DPolG und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) distanzieren sich klar von dem gefälschten Account. „So ein Eintrag geht gar nicht“, sagte Gronau. „Dubios und ärgerlich“, findet Karl-Hermann Rehr von der GdP. Die echte Polizeigewerkschaft hat seit Montag alles in Bewegung gesetzt, um die virtuelle Schmiererei zu löschen - seit Donnerstag ist sie nun auch verschwunden.

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