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Polizei ermittelt mit Chiplesegerät

Identifizierung von Haustieren Polizei ermittelt mit Chiplesegerät

Hund oder Katze entlaufen und keiner weiß, wo der vierbeinige Freund steckt. Ein kleiner Chip unter dem Fell kann helfen. Doch die darauf gespeicherten Daten muss man erst mal lesen können. Die Polizei in Stockelsdorf hat dafür jetzt ein Lesegerät — dank einer Spende.

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Polizisten halten am 21.01.2013 in Stockelsdorf (Schleswig-Holstein) ein Chiplesegerät zur Identifizierung an den Hals von Polizeihund "Spike". Als erste Polizeidienststelle Schleswig-Holsteins hat die Polizei in Stockelsdorf im Kreis Ostholstein ein Chiplesegerät zur Identifikation von Haustieren erhalten.

Quelle: dpa

Stockelsdorf. Als erste Polizeidienststelle Schleswig-Holsteins hat die Polizei in Stockelsdorf bei Lübeck ein Chiplesegerät zur Identifizierung von Haustieren erhalten. Dadurch sei es möglich, die Besitzer scheinbar herrenloser Hunde und Katzen ausfindig zu machen, sagte ein Polizeisprecher am Montag. So könne den Tieren der Stress eines Tierheimaufenthaltes erspart werden.

Das Gerät ist eine Spende einer Stockelsdorfer Tierarztpraxis. „Es gehört nicht zur regulären Ausstattung der Polizei in Schleswig-Holstein, aber wir sind sehr froh, dass wir es jetzt haben“, sagte der Leiter der Polizeistation, Jörg-Michael Rostek. Zehn bis 20 herrenlose Hunde werden jedes Jahr von seinen Beamten aufgegriffen. „Bislang blieb uns nichts anderes übrig, als sie in die Notaufnahmestation des Lübecker Tierheims zu bringen. Das bindet immer zwei Beamte und einen Streifenwagen, außerdem ist das für die Tiere alles andere als schön“, sagte Rostek, der selbst Hunde und Katzen hat. Auch überfahrene Tiere ließen sich so identifizieren. „So bekommen die Besitzer wenigstens Gewissheit über das Schicksal ihres vermissten Tieres“, sagte Rostek.

Was in Schleswig-Holstein noch ein Einzelfall ist, ist in anderen Bundesländern nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes schon weiter verbreitet. Es gebe bereits eine Reihe von Polizeistationen, Feuerwachen und Ordnungsämter, die über Lesegeräte verfügten, sagte der Pressesprecher des Tierschutzbundes, Marius Tünte. Mit Hilfe des Lesegeräts lässt sich feststellen, ob ein Fundtier einen implantierten Identifikationschip trägt. Standardmäßig sind Tierheime und Tierarztpraxen mit den Lesegeräten ausgestattet. „Der 15-stellige Identifikationscode muss allerdings beim Deutschen Haustierregister oder beim Haustieregister TASSO hinterlegt sein. Viele Tierhalter lassen ihr Tier zwar chippen, aber nicht registrieren, obwohl die Registrierung kostenlos ist“, sagte Andrea Ullmann von Tierheim Lübeck.

Ist das Fundtier anhand seines Chipcodes identifiziert, benachrichtigt das Tierregister den Besitzer, wo er seinen Vierbeiner abholen kann. „Die Daten des Halters werden nicht an die Polizei weitergegeben“, versicherte Rostek. „Bis der seinen Vierbeiner bei uns abholt, behalten wir das Tier nach Möglichkeit bei uns“, sagte er.

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