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Land verbietet Rocker-Symbole

Schleswig-Holstein Land verbietet Rocker-Symbole

Die Landespolizei greift durch: Im Norden dürfen Mitglieder verbotener Rocker-Organisationen keine Club-Embleme mehr öffentlich tragen. Zwölf Gruppierungen sind von dem Verbot, das mit sofortiger Wirkung in Kraft tritt, betroffen. Polizeidirektor Joachim Gutt kündigt Kontrollen an.

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Ab sofort ist nicht nur das Zeigen von Symbolen der Hells Angels verboten, sondern auch anderer Rockergruppen.

Quelle: dpa

Kiel. „Wir wissen zwar, dass die Rocker noch im Land präsent sind. Wir wollen aber, dass sie öffentlich unsichtbar werden und keine Chance haben, mit Kutten oder Abzeichen Menschen einzuschüchtern“, sagt Gutt. Immer wieder hatten Rocker von aufgelösten Clubs wie den Hells Angels Kiel oder den Bandidos Neumünster versucht, durch das Tragen von Kutten anderer lokaler Vereine das Verbot zu umgehen. Damit ist jetzt Schluss.

Möglich wird dies durch ein Urteil des Hamburger Oberlandesgerichts, wonach im Fall der Hells Angels nicht nur das Tragen der Weste mit dem geflügelten Totenkopf „Deadhead“ und dem rot-weißen Schriftzug, sondern auch die Verwendung dieser Kennzeichen auf Clubhäusern und Motorrädern unzulässig ist. Die Folge: „Das Zeigen von Emblemen aller verbotenen Vereine ist in Schleswig-Holstein als strafbewehrt anzusehen“, sagt Gutt. In welchem Ort Verbote ausgesprochen wurden, ist unerheblich und könne bundesweit angewendet werden. Zu diesem Ergebnis seien Polizei, Staatsanwaltschaften und der schleswig-holsteinische Generalstaatsanwalt gekommen.

Zwölf Gruppierungen nebst ihren Abzeichen und Insignien stehen nunmehr in Schleswig-Holstein auf dem Index. Betroffen sind die Hells Angels, Bandidos, Red Devils, Mongols, Chicanos, Gremium sowie die Unterstützer-Clubs Red Nation/Red Legion, Schwarze Schar, Diablos, X-Team, Oder City Kurmark und Commando 81. „Jegliches öffentliches Zeigen von Abzeichen – vom Aufkleber bis zum Anstecker – ist untersagt“, betont Lothar Gahrmann vom Landespolizeiamt. Kutten und Abzeichen würden bei Verstößen beschlagnahmt und vernichtet. „Das gilt auch für Rocker auf der Durchreise“, droht Gutt.

200 Rocker gebe es im Land. Sie seien bereits auf die neue Rechtslage hingewiesen worden. „Zumindest nach außen hin gibt es in Schleswig-Holstein im Moment zwar keine spektakulären Rockereinsätze“, berichtet der Polizeidirektor. Allerdings gebe es Begehrlichkeiten von Gruppen, insbesondere im Rotlichtmilieu Fuß zu fassen. Ein Beispiel seien die Mongols in Kiel. Dabei spielen die Kutten und Embleme für die Rocker eine wichtige Rolle. „Sie meinen damit, Macht an den Tag zu legen“, sagt Gutt. Dies soll sich nun ändern.

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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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In Hessen dürfen der geflügelte Totenkopf und der rot-weiße Schriftzug nicht mehr öffentlich gezeigt werden.

Die Anfahrt von Mitgliedern der Hells Angels zu einer Feier im hessischen Kreis Offenbach ist am Abend ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen. Jeder, der zu der Veranstaltung in die Halle wollte, sei kontrolliert worden, sagte Udo Bühler, Sprecher des hessischen Landeskriminalamts.

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