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Drohnen sollen Wildtiere retten

Präsentation in Noer Drohnen sollen Wildtiere retten

Jungwildrettung durch einen ferngesteuerten Flugrobotor, der mit einer Wärmebildkamera und einer Go-Pro ausgestattet ist: Die Idee klang für die Vertreter des Bauernverbands Schleswig-Holstein und des Landesjagdverbands zunächst charmant. In der Praxis fehlt es aber noch an ausgefeilter Technik.

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Eine Wärmebildkamera führende Drohne wie die HT 8-C 180 der Firma Height Tech (hier bei einer Vorführung auf dem Hegelehrrevier bei Noer) könnte auch über schleswig-holsteinischem Grünland vor der Mahd zur Erkennung von Wild zum Einsatz kommen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Noer. Die Mähmaschinen sind immer schneller und immer größer geworden. „Früher hatten wir eine Schnittbreite von rund 1,5 Metern, da konnten wir die Kitze noch von der Maschine aus im Feld entdecken. Jetzt fahren wir mit sechs bis acht Metern Schnittbreite, da geht das nicht mehr“, erklärte Peter Lüschow, Vizepräsident des Landesbauernverbandes.

Das führe immer wieder dazu, dass Tiere totgefahren werden. „500 000 Wildtiere kommen durch die Mahd jedes Jahr in Deutschland um, 90 000 davon sind allein Rehkitze“, erklärte Marcus Börner vom Landesjagdverband. Bisher werden die Felder, auf denen Wild vermutet wird, vor der Mahd abgesucht oder es wird erst eine Schneise gemäht, sodass Tiere weglaufen können.

Da die Landbesitzer gesetzlich dazu verpflichtet sind, dafür Sorge zu tragen, dass keine Wildtiere unnötig umkommen, waren die Mitglieder des Landesbauernverbandes besonders gespannt auf die Präsentation des Flugobjekts mit dem Namen HT8-C180 von der Bielefelder Firma Height-Tech auf dem Hegelehrrevier bei Noer.

 „Auf dem Gerät können parallel eine Wärmebildkamera und eine Go-Pro befestigt werden. Das ermöglicht eine Wärmebilderkennung, die aber bei Bedarf durch eine reales Bild gestützt werden kann, um sicher zu gehen, dass es sich auch tatsächlich um Wild handelt“, so Thinh Vo von Height Tech. Die Idee einer solchen „Feldscannung" stieß generell auf Zuspruch.

Die Nutzdauer von 20 Minuten sei aber bei weitem nicht ausreichend. „Wenn man grobe Aufnahmen macht, kann man rund 20 Hektar abfliegen, aber wir brauchen genauere Aufnahmen, also ist die Reichweite deutlich kürzer“, gab Axel Claußen zu Bedenken. Der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Dithmarschen hatte sich das futuristische Gefährt bereits auf der Outdoormesse in Neumünster vor einigen Wochen angeschaut und wünscht sich eine Akkulaufzeit von bis zu acht Stunden.

Ein weiteres Problem sei, das entdeckte Wild zu retten: Man habe zwar die Koordinaten, aber kein GPS-Gerät, mit dem man auf die Suche gehen könne. Dies müsse vollautomatisch auf ein Smartphone weiter geleitet werden. „Daran arbeiten wird derzeit“, so Vo.

Drohnen zu Wildtiersuche werden in Bayern eingesetzt, sonst dienen die Geräte eher für stadtplanerische Vermessungen. 15 000 bis 30 000 Euro kosten die Flugobjekte. „Wir warten noch mit der Anschaffung, bis die Technik für unsere Belange verbessert ist“, erklärte Lüschow nach der praktischen Vorführung auf dem Feld, bei der nach langer Suche ein Stück Damwild im Rapsfeld mit der Wärmebildkamera gefunden wurde.

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Ein Artikel von
Gunda Meyer
Holsteiner Zeitung

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