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Löscharbeiten unterbrochen

Frachter "Purple Beach" Löscharbeiten unterbrochen

Der Kampf um die „Purple Beach“ bei Helgoland geht weiter: Das Havariekommando musste das Fluten des Laderaums mit 5000 Tonnen Düngern nach nur wenigen Stunden unterbrechen, weil wegen des schlechten Wetters einer der drei Schläuche zum Havaristen gebrochen war.

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Durch den westlich von Helgoland in Brand geratenen Frachter „Purple Beach“ hat sich über Bremerhaven und Cuxhaven eine Düngemittel-Wolke gebildet.

Quelle: Havariekommando

Kiel/Cuxhaven. Derzeit sind die Wellen bis zu drei Meter hoch, so dass sich das Mehrzweckschiff „Neuwerk“ von dem Frachter zurückziehen musste. Das bis zu diesem Zeitpunkt eingeleitete Seewasser entfaltete aber Wirkung: Die Rauchentwicklung ist stark zurückgegangenen. 

Nachdem Chemiker des Havariekommandos Mittwoch eine Explosionsgefahr ausgeschlossen hatten, liefen die „Neuwerk“ und der Hochseeschlepper „Nordic“ bis auf 100 Meter an die „Purple Beach“ heran. Mit ihren großen Löschkanonen sprühten sie Wassermassen über das Schiff, um die Rauchentwicklung einzudämmen und die Bordwand zu kühlen.

Rauch- und Hitze auf einem Düngemittelfrachter: Fachleute des Havariekommandos können das Schiff noch nicht betreten. Auch ist noch nicht klar, was im Bauch der „Purple Beach“ passiert.

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Später enterten vier Männer der Brandbekämpfungseinheit das vor Anker liegende Schiff. „Sie haben beim Laderaum drei Schläuche positioniert und sie mit der ,Neuwerk’ verbunden“, erklärte Pressesprecher Michael Friedrich. Nach den Stabilitätsberechnungen des Germanischen Lloyds sei es möglich, den betroffenen Laderaum zu fluten. Mehr als 500 Kubikmeter Wasser wurden so ins Innere gepumpt – dann brach der Schlauch.

Wegen des Wetters mit Gewitterböen um die sechs Beaufort ruhen die Rettungsarbeiten, weil die Schiffe nicht nahe genug an den Havaristen heran kommen. Das Havariekommando nutzt das schlechte Wetter, um die Ausrüstung wieder zu komplettieren und Einsatzkräfte auszutauschen. An keiner der 25 Messstationen an Land wurden gesundheitsgefährdende Substanz festgestellt. Die Messungen werden dennoch fortgesetzt. Unterdessen versucht die Besatzung, im Bremerhavener Seemannsheim zur Ruhe zu kommen. „Wir haben 21 Männer aufgenommen und sie zusammen mit der Schiffsagentur mit dem Nötigsten wie Kleidung und Hygieneartikeln ausgestattet“, sagte der Leiter: „Sie sind zunächst einmal froh, dass sie gesund von Bord gekommen sind und hatten Angst vor einer Vergiftung.“ Im Seemannsheim hätten sie nun die Möglichkeit, über Mobiltelefone und über das Internet Kontakt mit ihren Familien aufzunehmen.

„Sie machen sich natürlich Gedanken, ob der Dampfer noch zu retten ist“, so der Heimleiter. Möglicherweise würden sie in den nächsten Tagen nach Hause reisen. Die „Purple Beach“ fährt unter der Flagge der Marshallinseln und hat etwa 20000 Tonnen Düngemittel geladen. Nachdem die Besatzung Hitze in einem Laderaum feststellte, riegelten sie die Luke ab. Sie flutete den Bereich über die bordeigene Löschanlage mit Kohlendioxid, um ein mögliches Feuer zu löschen. Allerdings ist noch unklar, ob ein Brand oder eine chemische Reaktion Rauch und Hitze ausgelöst haben.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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"Purple Beach" vor Helgoland
Foto: Die "Purple Beach" ist vor Helgoland havariert.

Auf dem in der Nordsee in Not geratenen Frachter „Purple Beach“ besteht möglicherweise Explosionsgefahr. Das teilte das Havariekommando in Cuxhaven am Dienstag mit. Die gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer übernimmt die Einsatzleitung bei schweren Unglücken auf See. In einem Laderaum des Frachters „Purple Beach“ ist es in der Nacht zu Dienstag auf der Nordsee zu einem Brand gekommen.

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