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Frachter droht zu explodieren

"Purple Beach" vor Helgoland Frachter droht zu explodieren

Auf dem in der Nordsee in Not geratenen Frachter „Purple Beach“ besteht möglicherweise Explosionsgefahr. Das teilte das Havariekommando in Cuxhaven am Dienstag mit. Die gemeinsame Einrichtung des Bundes und der Küstenländer übernimmt die Einsatzleitung bei schweren Unglücken auf See. In einem Laderaum des Frachters „Purple Beach“ ist es in der Nacht zu Dienstag auf der Nordsee zu einem Brand gekommen.

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Die "Purple Beach" ist vor Helgoland havariert.

Quelle: Frank Behling

Helgoland. Aus noch ungeklärter Ursache geriet vermutlich ein Teil der Düngemittel-Ladung in dem 192 Meter langen Schiff in Brand. Der Frachter befand sich zum Unglückszeitpunkt etwa 20 Meilen westlich von Helgoland.Die auf der Marshall Islands im Pazifik beheimatete „Purple Beach“ kam aus Belgien und wollte nach Brake an der Weser. Die Besatzung versuchte sofort den Brandherd über eine Löschanlage mit Kohlendioxid zu ersticken. Dieser Versuch zeigte jedoch keine Wirkung. 

Das Schiff ging aus Sicherheitsgründen auf einer Tiefwasser-Reede zwischen dem beiden Haupt-Fahrwassern der Deutschen Bucht vor Anker. Eine gestern an Bord geflogene Brandbekämpfungseinheit (BBE) des Havariekommandos und eine folgende Analytische Task Force (ATF) untersuchten die  Rauchentwicklung.  Die Messung habe ergeben, dass die Situation auf dem havarierten Schiff keinen weiteren Personaleinsatz zulasse, erläuterte das Havariekommando. „Wir haben seeseitig und in der Luft einen Sicherheitsradius von fünf Kilometern um das Schiff eingerichtet, da wir chemische Reaktionen wie etwa Explosionen nicht ausschließen können“, sagte Hans-Werner Monsees, Leiter des Havariekommandos.


Eine erste Auswertung zeige, dass es in einem der Laderäume eine deutliche Wärmeentwicklung gebe, teilte das Havariekommando am Abend mit. Ob es sich dabei um offenes Feuer oder eine chemische Reaktion der Ladung handele, sei noch unklar, da der betroffene Laderaum geschlossen bleiben müsse. Eine abrupte Sauerstoffzufuhr durch das Öffnen der Lukendeckel könnte einen Brandherd entfachen und sogar eine Verpuffung auslösen.

 Zudem haben die Einsatzkräfte festgestellt, dass die Atmosphäre auf dem Schiff durch den Brandrauch gesundheitsgefährdend ist. Aufschluss darüber gibt die derzeitige Messung der Analytische Task Force (ATF). Deshalb hat das Havariekommando das Schiff evakuieren lassen. Alle 20 Besatzungsmitglieder der  „Purple Beach“ wurden vorsorglich mit Hubschraubern zur Kontrolle in Krankenhäuser geflogen.

Das weitere Vorgehen ist derzeit noch abhängig von den Messergebnissen der ATF, die im Laufe der Nacht erwartet werden. Parallel dazu bereitet das Havariekommando das Fluten des betroffenen Laderaums vor. Außerdem wird auch das Abschleppen des Schiffes in einen Nothafen geprüft.

 Der Luft- und Seeraum rund um die „Purple Beach“ wurde durch das Havariekommando gesperrt. Vor Ort sind die Mehrzweckschiffe „Neuwerk“ und „Mellum“ sowie die Rettungskreuzer „Hermann Rudolf Meyer“ und „Hermann Marwede“. Die Tonnenleger „Vogelsand“ und „Nordergründe“ sind ebenfalls vor Ort in Bereitschaft.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Frachter "Purple Beach"
Foto: Durch den westlich von Helgoland in Brand geratenen Frachter „Purple Beach“ hat sich über Bremerhaven und Cuxhaven eine Düngemittel-Wolke gebildet.

Der Kampf um die „Purple Beach“ bei Helgoland geht weiter: Das Havariekommando musste das Fluten des Laderaums mit 5000 Tonnen Düngern nach nur wenigen Stunden unterbrechen, weil wegen des schlechten Wetters einer der drei Schläuche zum Havaristen gebrochen war.

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