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20-Jähriger legt Geständnis ab

Raubmord-Prozes 20-Jähriger legt Geständnis ab

Der Täter ging brutal vor: Bei einem Überfall auf einen Tante Emma Laden in Heide wurde ein 73-jähriger Kaufmann erstochen. Die magere Beute: mehrere Stangen Zigaretten. Zu Prozessbeginn begründete der 20-jährige Angeklagte seine Tat mit Drogenschulden und einem „Reflex“.

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Ein 20-Jähriger soll im Oktober letzten Jahres den Inhaber eines Tante-Emma-Ladens am hellichten Tag in Heide getötet haben.

Quelle: Daniel Friedrich/dpa

Heide/Itzehhoe. Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Donnerstag ein Raubmordprozess vor dem Landgericht Itzehoe begonnen. Ohne sichtbare Emotionen gestand der der 20-Jährige, dass er im Oktober 2014 in Heide (Kreis Dithmarschen) den 73 Jahre alten Inhaber eines Tante Emma Ladens bei einem Überfall getötet habe. Seinem Opfer habe er ohne Vorwarnung ein Messer in den Hals gerammt, erklärte der junge Mann. Aus Angst vor einer Entdeckung habe er den alten Mann weitere Stiche versetzt und ihn letztendlich erwürgt.

Grund für den Überfall seien Schulden bei einem Dealer gewesen. Er habe für ihn Drogen verkaufen sollen, diese jedoch größtenteils selber konsumiert, sagte der Angeklagte. Am Tattag hätte er dem Dealer um 14 Uhr mehrere Hundert Euro geben sollen. Eine Stunde vor dem Termin betrat er den Tante Emma-Laden, um sich mit einem Überfall dieses Geld zu besorgen. Er flüchtet letztendlich mit einigen Stangen Zigaretten, ohne jedoch einen einzigen Cent erbeutet zu haben.

Der Angeklagte wirkte fast gelangweilt, als er in Handschellen in den Gerichtssaal geführt wurde. Mit leiser, fast nuschelnder Stimme schilderte er, wie er den Ladenbesitzer umgebracht hat. Mehrfach ermahnte ihn der Vorsitzende Richter, er solle lauter sprechen.

„Eigentlich wollte ich nur das Geld aus der Kasse nehmen“, sagte der 20-Jährige. Mit seinem zweischneidigen spitzen Messer wollte er die Forderung nur drohend unterstreichen. Doch es kam anders. „Ich hatte nicht gelaubt, zu so einer Tat fähig zu sein“, sagte er den Kripobeamten nach seiner Festnahme. Der 73-Jährige öffnete jedoch nicht wie erhofft die Kasse, sondern wollte in die Hinterräume flüchten.

Als der schmächtige Senior ihn zurückstieß, habe er ihm das Messer in ein Hals gerammt. „Es war ein Reflex“, sagte der Angeklagte. Er habe sich gegen den „Angriff“ des Seniors verteidigen wollen, versuchte er eine Erklärung. Aus Angst vor einer Entdeckung habe er später weiter auf den schwer verletzten Kaufmann eingestochen („An drei Stiche kann ich mich erinnern“), um ihn letztendlich mit bloßen Händen zu erwürgen.

Aus Angst vor Entdeckung kehrte er auch nicht zur Kasse im Verkaufsraum zurück, sondern begnügte sich mit mehreren Stangen Zigaretten aus dem Lagerraum: 20 oder 30 seien es gewesen, das wisse er nicht mehr so genau, sagte er. Mit dieser Beute sei er dann durch eine Hintertür geflüchtet.

Der Angeklagte wurde knapp eine Woche nach der Tat bei einer Routinekontrolle in einem Zug im niedersächsischen Rotenburg/Wümme festgenommen. Der Prozess findet wegen seines Alters vor der Jugendkammer des Landgerichts statt. Bei einem Schuldspruch drohen dem zur Tatzeit 19 Jahre alten Angeklagten bis zu zehn Jahre Jugendstrafe.

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