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Uneinigkeit über Cannabis-Rausch

Kiel Uneinigkeit über Cannabis-Rausch

Sollte Cannabis unter strengen Auflagen legalisiert werden? Über diese Frage herrscht nicht nur in der Landespolitik Uneinigkeit. Auch die Leserschaft ist gespalten. Das zeigen die zahlreichen Reaktionen am Telefon, auf KN online und in sozialen Netzwerken.

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Sollte Cannabis unter strengen Auflagen legalisiert werden? Über diese Frage herrscht nicht nur in der Landespolitik Uneinigkeit. Auch die Leserschaft ist gespalten.

Quelle: dpa

Kiel. Letztlich sprach sich dort und bei einer kn online-Umfrage aber mit 53 Prozent eine Mehrheit für eine kontrollierte Legalisierung aus.

Mehrfach wurde Unverständnis über die SPD geäußert. Schließlich hätte sie doch im Koalitionsvertrag mit Grünen und SSW eine Reform der Drogenpolitik vereinbart. Etliche Leser lehnten eine Legalisierung als „indiskutabel“ ab oder forderten: „ Keine Macht den Drogen!“. Rolf M schrieb: „Freigabe auf Rezept bei bestimmten schweren Krankheiten meinetwegen! Aber eine generelle Freigabe, womöglich noch mit einem dieser albernen Warnhinweise wie auf Zigarettenschachteln, ist Schwachsinn pur!“ Andere Legalisierungsgegner betonten, es sei völlig nebensächlich, ob Cannabis schädlicher als Alkohol ist oder nicht. Es sei schädlich, das reiche als Argument gegen eine Freigabe.

Leser wie Klaus Gemmar vermuteten, den Befürwortern bei Grünen, Piraten und FDP gehe es um eine zusätzliche Steuerquelle. Nutzer Tim meinte: „Das Argument mancher Politiker, Cannabis-Konsum bringe Steuereinnahmen, ist nicht nur grotesk, sondern völlig vernebelt! Es ist wie beim Alkohol- und Zigarettenkonsum. Die Steuereinnahmen decken nicht annähernd die Kosten für die Folgeschäden die durch diese Giftstoffe entstehen.“

Arnd Kümmel widersprach auf Facebook. „Es gibt wissenschaftliche Studien, die immense gesundheitliche, ökonomische und kriminologische Vorteile ausweisen.“ Und Linus Lau betonte, dass es für 15-Jährige heute einfacher sei, Cannabis zu kaufen als Alkohol. Dieser Schwarzmarkt sei die eigentliche Gefahr, denn: „Man weiß nicht, was man konsumiert.“ Userin Sharas glaubt deshalb, dass ein Ende der Illegalität vor allem den jüngeren Konsumenten zugute kommen würde. „ Bei einer legalen Abgabeform sollte sich die Menge an Schwarzhändlern verringern, was wiederum die Verfügbarkeit für Jugendliche reduziert. Auch hätte die Polizei durch eingesparte Ressourcen mehr Raum um sich um diese weiterhin illegalen Händler zu kümmern.“

Für den Leser Woewe verfehlt das Drogenverbot sein Ziel, durch Senkung des Cannabis-Konsums die Gesundheit der Menschen zu schützen, völlig. Die Folgen seien fehlender Verbraucher- und Jugendschutz, Kriminalisierung der Konsumenten, Stärkung des Schwarzmarktes und krimineller Strukturen, hohe Kosten für die Verfolgung und fehlende Steuereinnahmen.“ Mehrere Leser forderten, Cannabis zwar zu legalisieren, aber erst ab einem Alter von 21 Jahren. Gaby Ernst schlug vor, die Droge zu legalisieren, aber ausschließlich in Apotheken abzugeben.

Bei unserer Online-Umfrage stimmten 293 von insgesamt 571 Lesern für eine Freigabe von Cannabis. 235 dagegen, 43 enthielten sich.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH