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Der Nord-Ostsee-Kanal läuft über

Regenwetter Der Nord-Ostsee-Kanal läuft über

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben wieder Auswirkungen auf den Nord-Ostsee-Kanal. Der Fährverkehr musste an einigen Stellen schon eingeschränkt werden. In der Landwirtschaft setzt die Feuchtigkeit der Raps- und Getreideernte zu, die teilweise ausgesetzt werden musste. Es gibt aber Hoffnung. Zum Wochenende gibt es Sonne und steigenden Temperaturen.

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Die großen Stahltore des Entwässerungssiels in Kiel-Holtenau mussten am Donnerstag große Mengen des Regenwassers aus dem Kanal in die Ostsee ableiten. Die Entwässerung in Brunsbüttel wurde durch hohe Wasserstände auf der Elbe verhindert.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Die Niederschlagsmengen lassen sich derzeit am Online-Pegel des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau sehr gut ablesen. Seit Montag steigt der Wasserstand. Die 100 Kilometer lange Wasserstraße ist Schleswig-Holsteins größter Entwässerungsgraben. Folge: Der Kanal läuft voll.

 Die Fährstellen Breiholz und Nobiskrug bei Rendsburg waren gestern morgen nur eingeschränkt nutzbar. „Ab einem Wasserstand von 5,30 Metern über Normal müssen wir den Transport von Fahrzeugen mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen einstellen“, sagte Mathias Visser vom Amt.

 Der Wind hat die Situation verschärft. „Die Wasserstände der Elbe waren wegen des starken Westwindes höher als üblich, und damit war die für die Entwässerung zur Verfügung stehende Zeit kürzer“, erklärt Visser. Der Wasserstand im Kanal ist um fast 50 Zentimeter gestiegen. Als einzige Entwässerung blieb nur das Öffnen des Siels in Kiel-Holtenau.

 Der Regen trifft auch die Bauern. In vielen Teilen Schleswig-Holsteins unterbrachen sie die Rapsernte. An einigen Stellen sei der Raps durch die teils heftigen Niederschläge zu Boden gedrückt worden, sagte die Sprecherin der Landwirtschaftskammer, Daniela Rixen. Auch die Ernte von Getreide ist erheblich beeinträchtigt.

 Im Vergleich der Bundesländer war Schleswig-Holstein nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Juli mit 17 Grad Celsius das kühlste und mit ungefähr 127 Liter Regen je Quadratmeter das nasseste Bundesland. Gemessen am langjährigen Mittel von 80 Litern pro Quadratmeter war der Monat in Schleswig-Holstein vor allem zu nass.

 Es gibt Aussicht auf Besserung. Von heute an soll es übers Wochenende warm und trocken sein. Aber der Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst würgt die gute Nachricht gleich wieder ab: „Die Modelle deuten an, dass uns im weiteren Verlauf das Atlantiktief immer mehr auf die Pelle rückt, so dass die Neigung zu kräftigen Gewittern von Westen her zunehmen würde und im Norden rasch wieder kältere Luft einfließen könnte.“

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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