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Schreckensszenario auf der Obereider

Übung in Rendsburg Schreckensszenario auf der Obereider

Spektakuläre Übung auf der Rendsburger Obereider: Gemeinsam mit den Marinefliegern der Bundeswehr, Schwimmern der DLRG und der Besatzung einer Kanalfähre trainierte der zweite Zug der Rendsburger Feuerwehr am Donnerstagabend den Ernstfall.

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Übung zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Auf der Rendsburger Obereider testeten die Rettungskräfte am Abend ihr Zusammenspiel.

Quelle: Wohlfromm

Rendsburg. Für das Schreckensszenario auf dem Wasser war ein Ausflugsschiff gekentert, 54 Personen trieben gegen 19 Uhr hilflos im Wasser und riefen lautstark um Rettung. Was dann folgte, war für die Kreisstadt mit ihren vielen Wasserflächen eine der aufwändigsten Feuerwehrübungen der vergangenen Jahre.

 Etwa zehn Minuten nach dem Alarm trafen die ersten ahnungslosen Feuerwehr-Besatzungen am Obereiderhafen ein. Die Lage war den Rettern schnell klar, ein Motorboot wurde mit einem Kran ins Wasser gehoben. Dort hatten sich die Schiffbrüchigen bereits in drei Gruppen geteilt, die in unterschiedliche Richtungen vom Ufer wegtrieben. Die Statisten, darunter 17 Rendsburger Hobbytaucher sowie erfahrene Rettungsschwimmer aus den Reihen der DLRG Kropp, hatten sich auf die Situation eingestellt und schützten sich teils mit Neoprenanzügen gegen das kalte Wasser. Schließlich sollte es am Ende mehr als eine Stunde dauern, bis die letzten von ihnen wieder festen Boden unter den Füßen hatten.

 „Bleiben Sie im Wasser, Sie werden gerettet“, rief Zugführer Carsten Bruno Johannes Wittenberg, der als einer der ersten aus dem Feuerwehrauto gesprungen war, den Opfern per Megafon zu. Immer mehr Feuerwehrleute rückten an, rissen die Ladeflächen der Einsatzfahrzeuge auf und mussten sich mit Tragen, Gummibooten oder Rettungsringen zunächst einen Weg durch die Schaulustigen bahnen, die schon nach wenigen Minuten die Ufer säumten. „Guck sie dir an. Statt einen Rettungsring ins Wasser zu werfen, zücken die Leute ihre Smartphones“, sagte ein Beobachter aus den Reihen der Feuerwehr.

 In diesem Moment verließ am Horizont die Kanalfähre „Memel“ ihren Pendelbetrieb und nahm Kurs auf die Obereider. An Bord: ein Lkw der Feuerwehr sowie ein gutes Dutzend Retter. „Jetzt kommt auch noch eine Fähre“, zeigten sich einige Zuschauer erstaunt, während vom Deck des Schiffes die ersten Rettungsringe in weitem Bogen ins Wasser flogen.

 Als die ersten durchnässten Statisten ans Ufer gebracht wurden, tat sich für die inzwischen etwa 40 Feuerwehrleute ein Problem auf. „Wo sollen die sich jetzt aufwärmen?“, rief ein Feuerwehrmann. Schnell halfen Decken, Westen und Jacken der Einsatzkräfte. „In einem realistischen Fall muss man jetzt besonders auf diese Leute aufpassen“, sagte ein Helfer. „Oft sind die verwirrt, stehen unter Schock oder laufen einfach weg.“

 In diesem Moment brach ein lautstarkes Getöse über den Köpfen der Zuschauer aus. Ein olivgrüner Seaking-Hubschrauber der Bundeswehr donnerte mit offener Seitentür über das Szenario. Piloten und Retter des Marinefliegergeschwaders 5 waren mit ihrer Maschine vom Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven gestartet, um bei der Übung zu helfen. Nach und nach zog die Besatzung die Opfer in einem Rettungskorb nach oben und setzte sie am Ufer ab.

 „Das Zusammenspiel aller Einsatzkräfte hat super gut geklappt. Vor allem, dass unsere Leute sehr gut improvisiert haben und an vielen Stellen Geräte zweckentfremdet haben, um schnell retten zu können, ist eine super Sache“, resümierte Einsatzleiter Wittenberg nach der Übung.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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