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Der Wolf kann teuer werden

Schleswig-Holstein Der Wolf kann teuer werden

Mit Hirten, Schutzhunden oder höheren Zäunen gegen hungrige Wölfe angehen? „Es gibt keinen 100-prozentigen Schutz“, stellte die Schafhalterin Anne Greef am Wochenende beim Treffen der Landschafzüchter im Tierpark Arche Warder fest. "Im Schadensfall sollten Entschädigungszahlungen in realistischer Höhe gesetzlich verankern werden."

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Schäferin Anke Mückenheim (48) aus Rieseby mit Sohn Hans Paul und einem Schaf der vom Aussterben bedrohten Rasse Rouge du Roussillon. Sie sagt: „Wenn der Wolf in meine Herde einbricht und Schafe reißt, gebe ich auf.“

Quelle: bk

Warder. „Der Wolf ist politisch gewollt“, sagt Anne Greef. Dementsprechend müssten auch die Folgen des politischen Willens ihren Niederschlag in der Gesetzgebung finden. Bislang werden Verluste bis zu 15000 Euro entschädigt. „Es gibt für alles Subventionen, warum nicht auch für den Verlust von Tieren?“ Man dürfe die Landwirte mit dem Problem nicht allein lassen.

 Herdenschutzhunde, wie sie in Rumänien oder Bulgarien eingesetzt werden, seien in einem dicht besiedelten Gebiet wie Schleswig-Holstein nicht praktikabel, sagt die Schafzüchterin Anke Mückenheim aus Rieseby bei Eckernförde. Die Hunde unterschieden beim Verbellen nicht zwischen Spaziergängern, Hunden oder Wölfen. „Das will sich ja kein Koppelnachbar jede Nacht anhören müssen“, sagt die 48-Jährige.

 Sie rechnet hoch: „Ich habe rund 250 Mutterschafe, die in sieben bis acht Herden auf 20 Hektar Weideflächen auf der Halbinsel Schwansen stehen. Pro Herde müssten zwei Schutzhunde angeschafft werden. Das übersteigt meine finanziellen Möglichkeiten.“

 Hohe Netzzäune setzen und eingraben sowie die vorhandenen, etwa 90 Zentimeter hohen Zäune um etwa 30 bis 40 Zentimeter aufstocken – das empfehle der Landesverband zum Schutz der Tiere, sagt Geschäftsführerin Janine Bruser. Anke Mückenheim, die schon Netzzäune gezogen hat, bezweifelt die Wirksamkeit des Schutzmittels. „Wenn der Wolf da rüber will, dann kommt er drüber.“ Außerdem habe sie gar keine Zeit, mal eben 20 Hektar einzuzäunen. Ihre Befürchtung: Wenn ein Schaf gerissen wurde, gerät die gesamte Herde für mehrere Wochen in Panik. „Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Tiere ausbrechen und auf eine Bundesstraße laufen.“

 Die Pommernschafhalterin Greef und die Rotkopfschafzüchterin Mückenheim sind sich einig: Hirten können kleine Schafzüchterbetriebe nicht finanzieren. Deshalb ihr Appell an die Politik, Züchter zu unterstützen, die alte, vom Aussterben bedrohte Schafrassen halten. „Wer weiß, wann wir den Genpool der robusten alten Rassen brauchen.“

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