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Es war ein Wolf

Angriff auf Schafsherde Es war ein Wolf

Jetzt ist es klar: Es war ein Wolf, der Mitte April eine Schafherde bei Bordesholm  angegriffen hat. 20 Schafe und 32 Lämmer waren dabei getötet worden, mussten erlöst werden oder verendeten später an den Folgen. 

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Zwei Wochen nach dem Angriff auf eine Schafsherde im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist ein Wolf als Verursacher nachgewiesen worden.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Die genetischen Untersuchungen des Senckenberg-Instituts in Gelnhausen haben ergeben, dass es sich um einen männlichen Wolf aus einem Rudel in Sachsen-Anhalt handelt. Das Tier wurde erstmals in Schleswig-Holstein nachgewiesen, teilte das Umweltministerium in Kiel. „Der Schafhalter wird selbstverständlich eine Entschädigung erhalten. Die Situation ist für ihn und seine Familie bedrückend“, sagte  Landwirtschafts- und Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Bei Entschädigungen wird der real entgangene Gewinn ausgeglichen. Dazu zählt auch, wenn Schafe durch den Angriff eines Wolfes ihre ungeborenen Lämmer verlieren.

Habeck will Konsequenzen aus dem bisher folgenschwersten Wolfsangriff auf Nutztiere in Schleswig-Holstein ziehen. So  soll das Wolfsmanagement personell verstärkt werden. Statt wie bisher beim Wolfsinfozentrum in Eekholt wird es ab Mai 2015 beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) angesiedelt sein. Dabei sollen die ehrenamtlichen Wolfsbetreuer intensiv eingebunden werden. „Sie sind unsere Erste Hilfe, die Tag und Nacht bereit steht. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte Habeck und dankte auch dem Wolfsinfozentrum für das „ausgezeichnete Engagement“.

Außerdem will sich Habeck mit allen Beteiligten – wie Schäfern, Jägern und Naturschützern – zusammensetzen und über weitere Maßnahmen beraten. Die Rückkehr des Wolfes nach Schleswig-Holstein sei eine große Herausforderung, besonders für die Nutztierhalter: „Wir wollen, dass Schafhalter in diesem Land eine Zukunft haben, und wir wollen eine offene Weidelandschaft und Tiere in der Fläche. Daher bedarf es eines angemessenen Schutzes der Herden. Hier sind die Tierhalter gefragt, aber auch das Land leistet Unterstützung.“ Dazu würden Beratung, Herdenschutzpakete und Entschädigungen zählen.

Am 19. Mai gibt es an der Fachhochschule in Kiel  (18 Uhr) eine öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung. „Es ist ein sehr sensibles Thema - dem Wolf schlägt auf der einen Seite Sympathie bis hin zur überhöhten mythischen Verehrung entgegen, auf der anderen Seite angstvolle mythische Dämonisierung. Wir müssen als Gesellschaft lernen, mit der Rückkehr der Wölfe umzugehen. Dazu gehört es auch, Annahmen immer wieder zu hinterfragen und zu diskutieren.“, sagte Habeck.

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Schleswig-Holstein
Foto: Der Wolf ist in Schleswig-Holstein noch nicht wieder heimisch geworden.

Der Wolf ist 15 Jahren nach seiner Rückkehr nach Deutschland in Schleswig-Holstein noch nicht wieder heimisch geworden. Bislang war er im nördlichsten Bundesland nur auf „Stippvisite“. Seit der ersten Sichtung eines Wolfs am 23. April 2007 bei Süsel wurden bislang 19 Tiere beziehungsweise ihre Spuren entdeckt.

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