23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Kinder- und Jugendheime boomen

Schleswig-Holstein Kinder- und Jugendheime boomen

In Schleswig-Holstein hat die Zahl der Kinder- und Jugendheime in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Drittel zugenommen. Das geht aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine Kleine Anfrage der CDU-Fraktion hervor. Demnach besaßen im Juli 2005 insgesamt 1066 Einrichtungen eine Betriebserlaubnis des Landes. Im Juli 2015 waren es 1363.

Voriger Artikel
Gefälschte 50-Euro-Scheine in Flensburg: Mehr als 40 Fälle
Nächster Artikel
Guter Start für Europäisches Hansemuseum: 30 000 Besucher

Für die CDU-Sozialexpertin Katja Rathje-Hoffmann haben „8754 Kinder und Jugendliche ein Recht darauf, dass sich das Land als Oberster Dienstherr sorgfältig kümmert“.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Zahl der Plätze stieg im gleichen Zeitraum von 7084 auf 8754 an. „Die Zunahme an Einrichtungen und Plätzen deutet zum einen auf ein verändertes Bewusstsein der Jugendämter hin, aber auch auf die Zunahme problematischer Familienstrukturen“, sagte ein Ministeriumssprecher. Immer mehr Eltern seien mit der Erziehung überfordert. Die Zahlen zeigten aber auch, dass Schleswig-Holstein für Träger ein begehrter Standort sei. Bis auf die Kreise Segeberg und Steinburg war in allen Kreisen und kreisfreien Städte über die letzten zehn Jahre eine Zunahme zu verzeichnen. Besonders stark verlief der Anstieg in Flensburg (von 30 Einrichtungen auf 98), Kiel (85 auf 125), Lübeck (28 auf 67) und Neumünster (46 auf 62). Auch in Dithmarschen (84 auf 113), Nordfriesland (69 auf 89) und Schleswig-Flensburg (154 auf 188) entstanden deutlich mehr Heime. Die mit Abstand größte Zahl an Einrichtungen befindet sich im Kreis Rendsburg-Eckernförde (291 auf 305).

 Für die CDU-Sozialexpertin Katja Rathje-Hoffmann haben „8754 Kinder und Jugendliche ein Recht darauf, dass sich das Land als Oberster Dienstherr sorgfältig kümmert“. Vor diesem Hintergrund sei es ein Armutszeugnis, dass das Land seit anderthalb Jahren erfolglos an einer neuen Heimverordnung arbeite. Darüber hinaus sei es bezeichnend, dass das Sozialministerium keine Informationen darüber habe, wie viele Kinder und Jugendliche in den letzten Jahren Hilfe in Anspruch nahmen.

 In den vergangenen Wochen hatten die Vorfälle in den Friesenhof-Heimen für Aufsehen gesorgt. Die Einrichtung ist jetzt geschlossen, der Staatsanwalt ermittelt. Und erhält dabei auf kuriosen Wegen neues Material: Die Landes-CDU erklärte gestern, ihr seien aus anonymer Quelle Unterlagen mit persönlichen Angaben zu den ehemals dort untergebrachten Mädchen zugeschickt worden. Dieses Material habe man an die Staatsanwaltschaft Kiel weitergeleitet. Eine Sprecherin erklärte, der Vorgang werde geprüft.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

KN-KSV-Liveticker

Verfolgen Sie alle Spiele von Holstein Kiel im KN-KSV-Liveticker.

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
Friesenhof
Foto: Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner blickt dem angekündigten Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Fall „Friesenhof“ gelassen entgegen.

Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner blickt dem angekündigten Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Fall „Friesenhof“ gelassen entgegen. „Angst haben muss man davor überhaupt nicht“, sagte Stegner am Mittwoch. Ein solches „Kampfinstrument“ sei gutes Recht der Opposition. „Das zeigt aber nur, dass in der Opposition politische Konzeptionslosigkeit herrscht.“

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Norddeutschland 2/3