16 ° / 11 ° stark bewölkt

Navigation:
Sofortvollzug gegen Hafen Friedrichskoog

Schleswig-Holstein Sofortvollzug gegen Hafen Friedrichskoog

Neue Entwicklung im Streit um das Aus für den Hafen Friedrichskoog: Noch vor dem Verhandlungstag zwischen dem Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein und den Gegner der Hafenschließung am 19. Mai, hat das Land einen Sofortvollzug mit Wirkung zum 1. Juni angeordnet. Das Ministerium beschwichtigt aber gleichzeitig.

Voriger Artikel
Nandus im Visier
Nächster Artikel
15-jähriges Jubiläum von erster deutscher Babyklappe in Hamburg

Die Bürgerpetition ist zunächst verhallt: Der Hafen Friedrichskoog sieht einem Sofortvollzug entgegen.

Quelle: dpa/Carsten Rehder

Friedrichskoog. Das Ministerium betont, dass diese nicht mit der Schließung des Hafens gleichzusetzen sei. Das Land halte den Schritt allerdings für notwendig, da es einen Zusammenhang zwischen der Aufgabe des Hafens als Landeshafen und dem geplanten Bau des Schöpfwerkes gebe.

Gerd Huhn aus der Bürgerinitiative Hafen-Zukunft ärgert sich über diesen Vorstoß vom Ministerium. „Sich als Politiker in einem solchen Konflikt hinter einem laufenden Gerichtsverfahren zu verstecken, nenne ich schlichtweg Arbeitsverweigerung.“ Die Anordnung des Sofortvollzuges durch das Land sei ein falsches Signal für die Bürger in Friedrichskoog. „Die Abgeordneten des Landtages müssen sich zurückbesinnen, dass ihre Entscheidung zum Hafen-Aus gegen die Bürger eines ganzen Ortes gerichtet ist“, sagt Huhn. Seit mehr als vier Jahren wird bereits über die Schließung des Hafens verhandelt. Eine Petition der Bürger fand in der Politik aufgrund der eingereichten Klage zunächst keine weitere Beachtung.

Zukünftig möchte die Gemeinde Friedrichskoog das Gelände als touristischen Erlebnishafen nutzen. Die Kosten könne man noch nicht genau abschätzen. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht definitiv zu sagen, was dort in Zukunft geschehen wird. und welche Kosten entstehen“, sagt Birte Pusback, Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Der Hafen bleibe so lange befahrbar, bis der Bau des Schöpfwerks beginne. Mitte Mai wird eine erste richterliche Entscheidung in dem Streit erwartet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Kathrin Mansfeld
Digitale Angebote

Mehr zum Artikel
Hafen in Friedrichskoog
Foto: In seiner Blütezeit war Friedrichskoog mit fast 70 Kuttern zweitgrößter Krabbenfischereihafen in Schleswig-Holstein.

Die Gemeinde Friedrichskoog und eine Bürgerinitiative haben den Kampf um das Überleben des Dithmarscher Fischereihafens in erster Instanz verloren. Jetzt kann nur noch die Berufungsinstanz helfen

Kostenpflichtiger Inhalt mehr