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Land wappnet sich für den Sturm

Schleswig-Holstein Land wappnet sich für den Sturm

Der Norden wappnet sich für den Sturm: Nach ersten Gewittern in der Nacht zu Sonnabend wird am Abend besonders an der Nordseeküste mit Sturmböen gerechnet.

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Der Norden wappnet sich für den Sturm.

Quelle: Frank Peter (Archiv)

Kiel. Der Norden hat sich für Sturmtief „Zeljko“ gewappnet: Besonders an der Nordseeküste drohten am Sonnabendabend schwere Sturmböen. „Wir bereiten uns darauf vor wie auf einen Herbststurm“, sagte ein Sprecher der Leitstelle in Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg). Man habe bereits freiwillige Helfer zur Unterstützung in der Nacht zu Sonntag alarmiert. Erste Gewitter in der Nacht zu Sonnabend hatten bereits Spuren hinterlassen.

Auch in Hamburg rechnete man mit Sturm und Gewitter, insgesamt sollte es dort nach Einschätzung der Wetterexperten aber im Vergleich zur Nordseeküste ruhiger zugehen. „Hier ist alles noch ganz entspannt“, berichtete auch ein Feuerwehrsprecher am frühen Abend. „Wir haben gerade sechs wetterbedingte Einsätze, unter anderem wegen umgefallener Bäume.“

Sorgen bereiteten zunächst die Zelte, in denen die Stadt Flüchtlinge untergebracht hat. Zwischenzeitlich war eine Evakuierung der provisorischen Unterkünfte an sechs Standorten in Erwägung gezogen worden. „Wir haben die Wetterprognosen fortlaufend verfolgt und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass dies nicht erforderlich ist“, sagte Björn Domroese von der Innenbehörde. „Wir behalten die Wetterlage aber natürlich weiter im Auge.“ Das Technische Hilfswerk Hamburg (THW) sicherte die Zelte ab.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für die Hansestadt Sturmböen mit Windstärken von acht bis neun angekündigt und vor Blitzeinschlägen gewarnt. Verantwortlich dafür ist Sturmtief „Zeljko“, das von der Nordsee über Dänemark bis nach Schweden zieht.

Besonders an der Nordseeküste müsse man daher mit starken Unwettern rechnen, sagte eine DWD-Meteorologin. Bis Mitternacht könne es dort zu Sturmböen der Windstärken elf und zwölf kommen. Für Niedersachsen gab der DWD ebenso wie für Nordrhein-Westfalen und Hessen Warnungen heraus.

Auch Gewitter und Starkregen wurden erwartet. Der DWD warnte vor herabstürzenden Dachziegeln, Ästen und umstürzenden Bäumen. Bei Aktivitäten im Freien sei „größte Vorsicht geboten“. Weil die Bäume voll belaubt sind, bieten sie dem Sturm viel Angriffsfläche.

Einige kleinere Open-Air-Veranstaltungen an der schleswig-holsteinischen Küste seien bereits abgesagt worden, berichtete die Leitstelle in Harrislee. Auch einige Ausflugsschiffe auf Sylt sollten im Hafen bleiben. Insgesamt aber meldeten die Leitstellen von Polizei und Feuerwehr im Norden bis zum frühen Abend keine größeren Einsätze. „Hier ist alles ruhig“, hieß es in Harrislee.

Bei einem Musikfest des Schleswig-Holstein Musik Festivals (SHMF) auf Schloss Wotersen im Kreis Herzogtum Lauenburg mussten sich am Nachmittag einige Menschen kurz in Sicherheit bringen, als plötzlich ein Gewitter aufzog. Während in der Reithalle die Konzertbesucher Tschaikowksy-Melodien lauschten, suchten die Händler draußen schnell Schutz in den Stallungen.

Im Laufe des Sonnabend hatten Blitze und Regen schon einige Schäden hinterlassen. In Hamburg geriet ein Reetdachhaus in Brand - vermutlich hatte dort ein Blitz eingeschlagen. Auf regennasser Straße kam es auf der Autobahn 1 nahe Heiligenhafen (Kreis Ostholstein) zu einem Unfall mit zwei Schwerverletzten. In Barkelsby (Kreis Rendsburg-Eckernförde) stießen am Nachmittag nach starkem Regen zwei Autos zusammen, als ein Wagen hinter einer Kurve ins Schleudern geriet. Zwei Menschen erlitten dabei schwere Verletzungen.

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