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Schließung ist rechtens

Hafen in Friedrichskoog Schließung ist rechtens

Die Gemeinde Friedrichskoog und eine Bürgerinitiative haben den Kampf um das Überleben des Dithmarscher Fischereihafens in erster Instanz verloren. Jetzt kann nur noch die Berufungsinstanz helfen

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In seiner Blütezeit war Friedrichskoog mit fast 70 Kuttern zweitgrößter Krabbenfischereihafen in Schleswig-Holstein.

Quelle: Wolfgang Runge/dpa

Friedrichskoog/Schleswig. Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat die Schließung des traditionsreichen Fischereihafens in Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) für rechtens erklärt. Die 3. Kammer des Gerichts wies am Dienstag die entsprechende Klage der Gemeinde und sowie eine Sammelklage mehrerer Anwohner und örtlicher Unternehmen gegen das Wirtschaftsministerium zurück. „Es gibt keinen Rechtsanspruch auf den Weiterbetrieb des Hafens“, sagte der Vorsitzende Richter Uwe Karstens in der Urteilsbegründung. Wegen der besonderen Bedeutung für eine örtliche Werft wurde eine Berufung gegen die Entscheidung vor dem Oberverwaltungsgericht zugelassen.

Das Sterben des 160 Jahre alten Fischereihafens dauerte lange. Bereits eine frühere schwarz-gelbe Koalition aus CDU und FDP hatte aus Kostengründen beschlossen, Friedrichskoog als Landeshafen aufzugeben. Für den Vollzug war jetzt die Koalition aus SPD, Grüne und SSW zuständig. Der Hafen habe keine nennenswerte Verkehrsbedeutung mehr, hieß es. Zuletzt seien jährlich nur noch rund 100 Tonnen Krabben in Friedrichskoog angelandet worden. Von den 73 Kutter-Anläufen im Jahr koste jeder einzelne den Steuerzahler rund 10 000 Euro, rechnete das Kieler Wirtschaftsministerium vor.

Tatsächlich wirkt der Friedrichskooger Hafen nicht spektakulär: Ein schmales, langgestrecktes Hafenbecken mit einer Hochwasserschleuse, dahinter ein rund zwei Kilometer langer Priel, der zu den Fahrwassern in der Elbmündung und in der Nordsee führt. Für die Gemeinde und die Bürgerinitiative Hafen-Zukunft (BIHZ) jedoch unverzichtbar. Sie kämpfen bereits seit Jahren gegen die Schließung „ihres“ Hafens. Das große Problem der Friedrichskooger: Mit jeder Flut wird mehr Sediment in den Hafen gespült als mit der Ebbe wieder abfließt. Ein Bagger muss daher jedes Jahr im Schnitt 100 000 Kubikmeter Sand wegschaffen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 350 000 Euro jährlich. Trotzdem ist das Fahrwasser zum Teil keine zwei Meter tief, so dass immer mehr Fischer ihren Fang im wenige Seemeilen nördlich gelegenen Büsum anlandeten.

Dabei war Friedrichskoog in seiner Blütezeit mit fast 70 Kuttern zweitgrößter Krabbenfischereihafen in Schleswig-Holstein. Zuletzt war er nur noch Heimathafen für eine Handvoll Krabbenkutter sowie viele Hobbyboote.

Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Naturschutz und Umweltschutz LKN wird zum 1. Juni das Sperrwerkstor dicht machen und den Hafen endgültig schließen. Schiffseigener wurden bereits zur Räumung aufgefordert, sie müssen sich andere Liegeplätze suchen. Zur Entwässerung des Hinterlandes sollen dann ein Schöpfwerk gebaut und die Seehundstation über eine eigene Leitung mit Wasser versorgt werden. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein.

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Foto: Die Bürgerpetition ist zunächst verhallt: Der Hafen Friedrichskoog sieht einem Sofortvollzug entgegen.

Neue Entwicklung im Streit um das Aus für den Hafen Friedrichskoog: Noch vor dem Verhandlungstag zwischen dem Wirtschaftsministerium Schleswig-Holstein und den Gegner der Hafenschließung am 19. Mai, hat das Land einen Sofortvollzug mit Wirkung zum 1. Juni angeordnet. Das Ministerium beschwichtigt aber gleichzeitig.

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