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Staatsanwaltschaft stellt Mord-Ermittlungen gegen KZ-Aufseherin ein

Justiz Staatsanwaltschaft stellt Mord-Ermittlungen gegen KZ-Aufseherin ein

Hamburg (dpa/lno) - Eine ehemalige KZ-Aufseherin in Bergen-Belsen wird nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" nicht angeklagt. Das im Januar 2015 von der Staatsanwaltschaft Hamburg eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen die 93 Jahre alte Frau aus Hamburg wurde mangels hinreichenden Tatverdachts am 24. Februar eingestellt, schreibt die Zeitung in ihrem Online-Portal in der Hamburg-Rubrik (Print: Mittwoch-Ausgabe/Regionalteil Hamburg).

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Ein Gedenkstein in der Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen).

Quelle: Julian Stratenschulte/Archiv

Die Staatsanwaltschaft bestätigte das Verfahrensende.

Der früheren Aufseherin war dem Zeitungsbericht zufolge vorgeworfen worden, 1945 an einem Todesmarsch von KZ-Häftlingen beteiligt gewesen zu sein. Diese mussten vom Konzentrations- und Arbeitslager Grünberg (Zielona Gora in Polen) über das 60 Kilometer entfernte Guben weiter bis nach Bergen-Belsen laufen. Bei dem 400 Kilometer langen Marsch kamen von 2000 entkräfteten Frauen etwa 1400 ums Leben, wie die Zeitung schreibt. In den letzten Kriegswochen war die Aufseherin demnach im KZ Bergen-Belsen eingesetzt gewesen.

"Die Anwesenheit der Beschuldigten auf dem ersten Teilabschnitt des Marsches ist von ihr zugegeben worden", sagte die Sprecherin der Hamburger Staatsanwaltschaft der Zeitung. Doch ob sie auch auf dem zweiten, tödlichen Weg nach Bergen-Belsen dabei war, ist unklar geblieben, schreibt das Blatt.

Die Tätigkeit der Aufseherin in Bergen-Belsen (Niedersachsen) war laut Zeitung nicht Gegenstand der Ermittlungen. Wegen ihrer Vergehen dort sei die Frau von den Briten im September 1945 zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt worden und konnte dafür kein zweites Mal angeklagt werden, berichtete die Zeitung.

dpa

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