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Platzverweise für Prostituierte an der B206

Straßenstrich in Bark Platzverweise für Prostituierte an der B206

Die Polizei schwenkt um im Umgang mit den Prostituierten an der B206 zwischen Bad Segeberg und Bad Bramstedt. Statt Ordnungsgelder zu verhängen, werden jetzt ohne Ausnahme Platzverweise ausgesprochen.

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Die Polizei bringt die sogenannten Waldhuren an der B 206 nun konsequent zum nächsten Bahnhof oder zur Bushaltestelle.

Quelle: Heike Hiltrop

Bark. Ursache waren gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Frauen. „Das Ganze hatte sich binnen drei Tagen hochgeschaukelt“, schildert Frank Matthiesen, stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Bad Segeberg. Es sei zwischen den Prostituierten aus Rumänien und Bulgarien zu heftigen Streitigkeiten um „Reviere“ gekommen. Zuletzt habe eine Rumänin mit einer Teleskopstange aus Metall brutal auf eine Bulgarin eingeschlagen. Die Frau musste ins Krankenhaus gebracht werden.

 Seit einem Jahr hatten sich Anwohner in Bark über die Sexarbeiterinnen in der Nähe ihrer Häuser beschwert sowie über die Bedingungen, unter denen sie dort ihrem Gewerbe nachgingen. Schleswig-Holsteins längster Straßenstrich machte bundesweit Schlagzeilen. Sogar der Landtag hatte sich mit einer Petition dazu beschäftigt. Vor einigen Wochen sah es so aus, als sei eine Lösung gefunden: Statt des Parkplatzes zwischen Schafhaus und Bockhorn sollten die Prostituierten am Eingang zur ehemaligen Panzerwaschanlage zwischen Wittenborn und Schafhaus, dem Barker Einschnitt, geduldet werden. „Die Frauen waren kooperativ“, sagt Matthiesen. Ihr Geschäft erledigten sie weitgehend diskret, der Müll habe sich im Rahmen gehalten.

 Die Polizei beließ es bis zur Eskalation bei vereinzelten Kontrollen, verhängte Ordnungsgelder. Matthiesen: „Die haben dort ja niemanden gestört.“ Nach den jüngsten Gewaltausbrüchen wird nun täglich Streife gefahren. Wer sich prostituiert, wird des Platzes verwiesen und zum Bahnhof oder zur nächsten Bushaltestelle gebracht.

 Von Nadine Materne

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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