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Der gelbe Hund kommt zu uns

Tiermarkierung in Schleswig-Holstein Der gelbe Hund kommt zu uns

Eine Internationale Kampagne will mit einer Schleife das Gassigehen für Vierbeiner und Herrchen stressfrei machen.

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Zu Tierpflegerin Jannika Pfister (25) hat Winnie Vertrauen gefasst. Die gelbe Schleife soll andere Menschen und Hunde auf Abstand halten.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Der gelbe Hund erobert Schleswig-Holstein. Die gleichnamige Kampagne will das Verhältnis von Hunden und Haltern untereinander entkrampfen. Das Mittel: eine gelbe Schleife an der Hundeleine.

 Der gelbe Hund ist eine Idee aus Australien. Dort binden Schäfer ihren Hütehunden schon lange gelbe Tücher um den Hals, um zu signalisieren: Bitte nicht stören – dieser Hund arbeitet! In Schweden wurde diese Idee ans Alltagsleben angepasst und zu einer urheberrechtlich geschützten internationalen Kampagne. Die findet nun auch in Deutschland mehr und mehr Anhänger.

 Eine Befürworterin ist Elisabeth Haase. Die Leiterin des Kieler Tierheims erlebt immer wieder Hunde, die einen gewissen Abstand zu anderen Hunden und manchmal auch zu Menschen benötigen. „Das fängt bei alten, kranken, vielleicht sogar ansteckenden Hunden an“, erklärt Haase. „Es betrifft aber auch läufige Hündinnen, Hunde in der Ausbildung, Rehabilitationshunde oder ängstliche Hunde. Das sind oft Tiere, die schlechte Erfahrungen gemacht haben oder in anderen Ländern in einer ganz anderen Welt aufgewachsen sind und sich schwertun mit dem neuen Alltag hier.“

 Winnie gehört zweifellos zu den Hunden, die einen größeren Abstand benötigen. Die hübsche Hütehündin ist naturbedingt ein Arbeitstier und bräuchte eigentlich eine Herde, die sie beschützen kann. „Solch ein Hund ist nichts für die Stadt. Wir suchen deshalb für sie ein Zuhause mit großem Grundstück, ohne Kinder und ohne andere Hunde“, sagt Elisabeth Haase. Aber so lange Winnie im Tierheim ist, soll eine gelbe Schleife helfen, dass auf Spaziergängen nicht immer wieder andere Hunde auf sie zulaufen, sie beschuppern und anspringen. Denn das mag Winnie nicht und reagiert dementsprechend.

 „Meist sind die anderen Hunde, die auf Winnie losstürmen, ja ganz freundlich. Deshalb lassen die Besitzer sie auch einfach laufen. Aber wenn man mit solch einem Hund, einer läufigen Hündin oder einem kranken Hund unterwegs ist, muss man ständig von weitem rufen: Bitte halten Sie ihren Hund auf Abstand!“, so Elisabeth Haase. „Das kann schon sehr nervig sein und führt manchmal auch zu unschönen Begegnungen und Missverständnissen.“ Eine gelbe Schleife an der Leine könne ein gutes Hilfsmittel sein, um solche Begegnungen zu entschärfen. Die Schleife ist weithin sichtbar und signalisiert: Dieser Hund braucht Abstand!

Das Problem ist, dass bisher kaum jemand etwas mit der gelben Schleife anfangen kann. „Bei Pferden ist bekannt, dass eine rote Schleife am Schweif bedeutet: Vorsicht, das Pferd schlägt aus. Soweit sind wir mit dem gelben Hund noch nicht.“ Elisabeth Haase war deshalb froh, dass Oliver Meinert für den gelben Hund über die Tierheimzeitung, Flyer und Veranstaltungen bekannter macht. Der Kieler gehört zu den Gassigehern im Tierheim – Ehrenamtliche, die die Hunde regelmäßig ausführen. Über 200 Hunde hat Meinert im Laufe der Jahre kennengelernt. „Jeder ist anders“, sagt der 45-Jährige und erzählt von Charly, elf Jahre alt, die Hüfte kaputt und schlechte Erfahrungen auf dem Buckel. „Wenn ich mit dem ausgehe, ist das jedes Mal wie ein Spießrutenlauf. Wenn die gelbe Schleife bekannt wäre, wäre es für alle entspannter.“

www.gulahund.de

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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