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Titanenwurz in Kiel blüht und stinkt

Natur Titanenwurz in Kiel blüht und stinkt

Sie blüht selten - aber wenn, dann auch gleich richtig. Im Botanischen Garten in Kiel können Besucher die Blüte des seltenen Titanenwurz bewundern. Allerdings müssen sie sich beeilen und geruchsunempfindlich sein.

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Ein Titanenwurz im Botanischen Garten in Kiel.

Quelle: Carsten Rehder

Kiel. Die größte Blume der Welt blüht im Botanischen Garten der Kieler Christian-Albrechts-Universität. Am frühen Mittwochmorgen - und nicht wie von den Experten erwartet - erst in der Abenddämmerung - ging die Blüte auf. "Heute Morgen ist sie ungewöhnlich früh aufgegangen", sagte der sogenannte Gartenkustos Martin Nickol am Mittwoch. Das liege an den derzeit im Norden im Vergleich zu ihrer tropischen Heimat sehr langen Tagen. "Sie ist es ja gewohnt, dass sie es zwölf Stunden dunkel und zwölf Stunden hell hat. Das bringt sie vielleicht ein bisschen durcheinander."

Es ist das dritte Mal, dass die größte Blume der Welt in Kiel blüht. 2012 war in Schleswig-Holstein das erste Mal ein Blütenstand der Amorphophallus titanum zu sehen. Zuletzt hatte der Titanenwurz am Ostersonntag 2014 geblüht.

Die gewaltig stinkende Pflanze aus den Regenwäldern Sumatras kommt in botanischen Gärten kaum vor, blüht selten und dann nur drei Tage lang. In Kiel wurden deshalb die Öffnungszeiten verlängert. Am Mittwoch konnten Interessierte bis 22 Uhr einen Blick auf die Blüte werfen. In ihrer Heimat selbst gebe es "vielleicht noch wenige hundert Exemplare, weil das meiste für Kaffee- oder Palmöl-Plantagen gerodet ist", sagte Nickol.

In den vergangenen Tagen hatte die Blume weiter an Höhe zugelegt und mittlerweile ein Maß von mindestens 2,20 Meter erreicht, wie Nickol sagte. "Wir konnten heute Morgen gar nicht mehr messen. Das ist die größte, die jemals hier an der Förde erblüht ist"

Die Knolle der Kieler Titanenwurz wiegt mittlerweile 65 Kilogramm. Erst im Dezember hatten die Experten sie gewaschen und untersucht. "Sie hatte eine einzige Faulstelle", sagte Nickol. Die wurde dann herausgeschnitten und die Stelle mit Aktivkohle behandelt, damit kein weiterer Organismus eindringt. Es gebe aber auch in botanischen Gärten keinen Garantie, dass die Pflanze überlebe und noch einmal blühe, sagte der Gartenkustos.

Erst in der vergangenen Woche hatte im Botanischen Garten in München ein Titanenwurz geblüht.

dpa

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Der Zauber war prächtig, aber wie vorausgesagt von kurzer Dauer: Die Titanenwurz im Botanischen Garten beginnt zu verwelken. Nachdem sie am Donnerstagmorgen noch einen letzten Duftschwall ausstieß, schließt sich die Blüte langsam, aber stetig.

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