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Feriendorf in Olpenitz wächst weiter

"Überraschend positiv" Feriendorf in Olpenitz wächst weiter

Es war ein herber Schlag, als die Betreibergesellschaft Port Olpenitz pleiteging und die Träume vom größten Ferienresort Nordeuropas mit dem größten privaten Hafen der Welt platzten. Doch mit dem Feriendorf geht es mit neuem Betreiber weiter — Kappelns Bürgermeister ist zufrieden.

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Knapp 1000 Häuser sollen in Olpenitz an der Ostsee entstehen. 85 sind bereits fertig und verkauft.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kappeln. „Schwimmende Häuser“ und „Schleivillen“ — der Baufortschritt im Ostseeresort Olpenitz bei Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) ist voll im Plan. Auf dem einstigen Marinestützpunkt hat nach der Insolvenz der Betreibergesellschaft Port Olpenitz seit 2013 die Helma Ferienimmobilien GmbH mit Sitz in Lehrte (Niedersachsen) das Sagen. Knapp 1000 Häuser sollen auf dem 175 Hektar großen Gelände an der Ostsee entstehen. 85 sind bereits fertig und verkauft, sechs weitere reserviert, sagt Helma-Geschäftsführer Per Barlag Arnholm. In sieben Jahren soll alles fertig sein. Ganz neu im Angebot: die „schwimmenden Häuser“, auf Pontons an einem Steg stehende Gebäude. 60 sollen es einmal werden. Zwischen Schlei und Hafen sind die „Schleivillen“ geplant. Die Kunden für die Ferienhäuser seien zumeist Anleger, die die Gebäude nicht selbst nutzen wollen, berichtet Arnholm. „Sie kommen vorwiegend aus der Nordhälfte Deutschlands.“

Inzwischen sind auch die letzten Erinnerungen an die Militärzeit auf dem Gelände kurz vor dem Verschwinden. Bis Ende des Jahres sollen alle Kasernengebäude abgerissen sein, sagt Arnholm. Auch Straßen seien bereits vorbereitet worden. Zwei kleine Yachthäfen sollen den Bewohnern des Feriendorfes zur Verfügung stehen. Einer ist Arnholm zufolge im vergangenen Jahr verkauft worden. Der andere solle einmal 120 Yachten Platz bieten.

Insgesamt werden in das Projekt 350 Millionen Euro fließen, wie Arnholm sagt. Ein Einsatz, der sich auch für Kappeln bezahlt machen wird, glaubt Bürgermeister Heiko Traulsen (parteilos). Die Entwicklung nach der Port-Olpenitz-Pleite sei „mehr als überraschend positiv“, er sei „sehr, sehr zufrieden“. Die angekündigten Vorhaben seien umgesetzt worden, die Infrastruktur mit Straßen und Lampen hergerichtet. Auch heimische Handwerksbetriebe, die nach der Pleite der Vorbesitzer nun wieder Aufträge erhielten, fassten wieder Vertrauen. Heizungsbauer etwa oder Dachdecker „profitieren ganz enorm vom Ostseeresort“. „Perfekt“ sei die Zusammenarbeit mit der Stadt, sagt auch Arnholm.

Da es in Olpenitz keine Einkaufsmöglichkeiten gibt, müssten sich die Urlauber in Kappeln versorgen und brächten so Kaufkraft in die 10 000-Einwohner-Stadt, glaubt Traulsen. „Das bringt einen richtigen Schub für Kappeln.“ Allerdings müsse die Stadt auch „mithalten“, also für eine ansprechende Infrastruktur und hohe Aufenthaltsqualität sorgen. Um entsprechende Modernisierungen werde man nicht umhinkommen. Bei 1000 Einheiten im Feriendorf rechnet Traulsen mit 60 000 Gästen pro Jahr.

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